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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 956 mal aufgerufen
 Die große Göttin
Linoma Offline




Beiträge: 1.500

28.04.2010 13:46
RE: Dreifaltigkeit antworten

... Die große Göttin ...
Der Tanz der dreifaltigen Einen


Der göttliche Funke tanzt in jedem Menschen… Im Hexentum glauben wir nicht nur an die Göttin, wir wissen, dass sie existiert, denn sie ist da. Sie ist in jedem von uns, in allem Leben, denn sie ist das Leben. Sie ist der Leib, und der Leib ist heilig. Sie ist der vollendete Kreis von (Wieder-) Geburt, Leben und Tod, von Erde, Luft, Feuer, Wasser und absolutes Sein, die wirbelnde doppelte Spirale. Sie ist die Verkörperung der weiblichen Polarität, welche sich stolz erhobenen Hauptes ihres Wissens bewusst ist. Die Göttin ist um uns, in jeder Stunde, jeder Minute und jeder Sekunde unseres Seins. Sie wärmt uns mit jedem Sonnenstrahl, liebkost uns sanft mit einem Windhauch, erteilt uns im Raunen der Blätter weise Ratschläge reinigt uns im Sommerregen von unseren Ängsten sowie unserer Trauer, hört sich geduldig unsere Sorgen an und ist immer da, wenn wir ihre Nähe am nötigsten brauchen. Sie ist die Herrin über das unsichtbare Reich der Empfindungen, über Erkenntnis, Intuition, Emotion und Verstand. Letztendliche ist es jedoch unmöglich das unsagbare in Worte zu fassen und nichts kommt ihr gleich. Wer von ihr liebkost wurde weiß, wovon ich spreche und erst wenn auch du von ihrer Liebe durchdrungen bist, wirst du wissen, was sie ist. Denn sie IST.

Wir Zaunreiter verbinden uns mit ihr, durch den Lauf der Gezeiten, dem Wandel des Jahresrades, dem Mond, dem Meer, der Erde, den Bäumen, den Tieren, durch unsere Mitmenschen und vor allen Dingen durch uns selbst. Da ihr göttlicher Funke in jedem von uns verweilt, ist auch jedes Wesen in der Lage direkten Kontakt zu ihr aufzubauen. Vermittler, wie z.B. ein Pastor, sind nicht von Nöten um sich mit ihr zu Verbinden. Jedes Lebewesen ist vor ihr gleich…

Die Göttin ist die Regenbogenbrücke der Hexen, über welche wir die dunkelsten Abgründe unseres Seins überwinden, den Panzer der gesellschaftlichen Dogmen abstreifen und unsere Flügel, welche wir in körperlicher sowie geistiger Freiheit ausbreiten können, um den Aufbruch in die neuen alten Welten zu wagen. Sie ist unsere Barke, welche uns sicher über das Meer der Selbsterkenntnis zu neuen Ufern geleitet, um uns dort mit unseren verlorenen Erinnerungen und Gaben zu vereinigen.
Die Arme der Göttin sind immer weit geöffnet, bereit, uns mit uneingeschränkter Liebe zu empfangen. Und ihre Liebe ist bedingungslos. Sie fordert kein Opfer, legt uns keine Fesseln an, lässt uns so sein, wie wir wirklich im wahrsten Kern unseres Selbst schon immer waren. Sie liebt uns mit all unseren Fehlern und Makeln, welche in ihren Augen jedoch nicht existieren.

Die Göttin verkörpert, wie Anfangs schon beschrieben, den vollendeten Kreis von (Wieder-) Geburt, Leben und Tod. Sie steht in einer sehr engen Beziehung zum Mond, welcher ihr Symbol ist. Die Mondin offenbart sich uns in drei Hauptaspekten, welche die drei Analogien des Lebenskreises und des Wandels des Mondes darstellen. So steht der zunehmende Mond für die Jungfrau, die Geburt, der Vollmond für die Mutter, das Leben und die Greisin für den abnehmenden Mond, den Tod. Dies bezeichnen wir Hexen als die Dreifaltigkeit der großen Göttin. Die dreifaltige Göttin ist somit eine Triadengottheit.


... Die Jungfrau ...
Der wilde Aspekt der großen Göttin

Erwacht nach einem langen Winterschlaf kehrte sie wieder zurück, um das Land zu verführen. Frei und ungezwungen tanzt sie leichten Herzens durch die morgendlichen Wälder. Weiße Nebelschwaben umgarnen sie sanft. Mit einem verführerischen Lächeln genießt sie die ersten wärmenden Sonnenstrahlen des Frühlings. Lust, Freiheit, Leichtigkeit, Neugier und Lebensfreude sind ihre Begleiter. Die jungfräuliche Göttin ist gekommen, um mit uns den wirbelnden Tanz des Lebens zu tanzen.

Die Jungfrau ist einer der drei Aspekte der großen Mondin. Ihre Jahreszeit ist der unbeschwerte Frühling, der frisch erwachte Morgen ist ihre Tageszeit und das reine sowie unbeschwerte Weiß ist ihre Farbe. Das Symbol der jungfräulichen Göttin ist die zunehmende Mondsichel.

Die Jungfrau ist der Inbegriff von Frei- und Wildheit. Niemanden ist sie Rechenschaft schuldig und niemand prägt ihren Pfad. Gesellschaftliche Zwänge und die Sorge um Haus und Hof sind ihr fremd. Kein Gefährte, keine Familie, keine Kinder welche sie umsorgen muss. Sie entscheidet frei und ungezwungen, wem sie ihre Gunst schenken möchte, wem sie sich hingeben will, wie lange sie an einem Ort verweilen möchte und was sie als nächstes zu tun gedenkt. Aus der Freiheit ihres Seins und ihrer Sexualität schöpft sie die Freiheit ihres Geistes. Kein Gedanke existiert, den sie nicht zu denken bereit ist. Sie ist offen für jeden Pfad und beschreitet diesen frohen Mutes mit der ihr angeborenen Neugier, bereit das Unmögliche zu tun. Gut oder Böse sind ihr vollkommen unbekannt und doch ist sie die Richterin. Sie richtet jedoch nicht nach den uns bekannten Schemen. Ihre Urteile sind geprägt durch die kindliche Reinheit ihres Geistes, welcher nur beurteilen, ob eine Handlung dem Leben dienlich war oder nicht. Sie wirkt nach den uralten Gesetzen der Natur.
Die Jungfrau ist die Göttin des Lernens, der Lebensfreude, des Erkennens, des Richtens und des Aufbauens. Durch ihre Ungebundenheit ist sie auch jene der Kreativität und der Inspirationen. Die Wilde ist auch bereit für ihre Freiheit zu kämpfen, denn niemand hat das Recht über sie zu bestimmen. Ihre Wege sind jene der Wahrnehmung des eigenen Selbst. Sie lernt und lehrt, dass der erste und zugleich der wichtigste Schritt im Leben eines jeden Wesens es ist, die Verantwortung über sich und seine Taten zu übernehmen, sich selbst zu erkennen.

Sie meistert das Leben durch ihre Leichtigkeit und Freude am Sein. Lachend fordert sie uns auf mit ihr auf den Pfaden der Freiheit zu tanzen. Lerne mit ihr wieder zu fliegen und mit den Wolken zu spielen, und du wirst die Welt mit neuen Augen betrachten können…

Hinweis!

Wir Zaunreiter/innen verstehen unter einer „Jungfrau“ eine „junge“ Frau, welche ungebunden ist und ihre sexuelle Freiheit genießt.

Die Wahrheit wiegt meistens schwer.

Linoma Offline




Beiträge: 1.500

28.04.2010 13:47
#2 RE: Dreifaltigkeit antworten

... Die Mutter ...
Der schöpferische Aspekt der großen Göttin

Lächelnd streift sie durch den sommerlichen Wald und lässt sich vom Licht der mittäglichen Sonne wärmen. Ihre Hand gleitet zärtlich durch das reifende Korn während ihr Blick wissend über das Land schweift. Das Leben reift in ihrem runden Bauch heran, den sie liebevoll streichelt. Schützend breitet sie ihren Mantel in vollkommener Liebe über alles Leben aus. Die Muttergöttin ist gekommen, sie, die Alles ist.

Die Mutter ist einer der drei Aspekte der großen Mondin. Ihre Jahreszeit ist der gebärende Sommer, die Wärme der Mittagssonne ist ihre Tageszeit und das Leben verkörpernde Rot ist ihre Farbe. Das Symbol der mütterlichen Göttin ist der reife Vollmond.

Die rote Göttin ist der Inbegriff von Leben und die Personifikation des Landes. Sie ist gleichberechtigte Gefährtin, Geliebte, Beschützerin und Mutter in einer Person. Alles Sein ist aus ihr hervorgekommen und kehrt zur rechten Zeit zu ihr zurück. Sie ist alles, ist jeder Baum und jedes Kraut, ist jede Quelle und jedes Meer, ist jeder Hügel und jeder Berg, ist jeder Tier und jeder Mensch. Sie ist das Leben selbst, in allen Formen und allen Farben. Sie ist die Urkraft der Natur. Wir alle sind ihre Kinder und so ist sie bereit alles mit uns zu teilen. Sie hört nie auf uns zu nähren oder zu wärmen. Ihre Arme sind immer offen, um uns mit ihrer mütterlichen Lieben zu begrüßen. Sie verlässt uns nie, und so haben wir in ihr immer eine Mutter, auch, wenn unsere Weltliche gegangen ist. Sie ist um uns, in jeder Stunde, jeder Minute und jeder Sekunde unseres Seins. Sie wärmt uns mit jedem Sonnenstrahl, liebkost uns sanft mit einem Windhauch, erteilt uns im Raunen der Blätter weise Ratschläge, reinigt uns im Sommerregen von unseren Ängsten sowie unserer Trauer und weist uns Donnernd auf unsere Fehler sowie Grenzen hin. Sie begleitet uns geduldig durch Freud sowie Leid und hält immer ein Auge auf uns. Die Muttergöttin lehrt uns im Einklang mit der Natur zu leben und bestraft jene, die ihre Gesetzte missachten. Sie ist bereit das Leben auf jede erdenkliche Art sowie Weise zu beschützen und zögert nicht ihr Schwert in Blut zu baden, um jene auszulöschen, die das Gleichgewicht des Seins zerstören wollen. Dies weist auf dem kriegerischen Aspekt hin, welcher ihr innewohnt. Die Vollmondin weist uns auf unsere Fehler hin und setzt uns Ziele, an denen wir wachsen können.

Die rote Göttin offenbart uns die Kunst des bedingungslosen Liebens, aber auch, dass Aufopferung ein falscher Weg ist. Ausschließlich für andere Menschen zu leben und sich selbst dabei außer Acht zu lassen führt uns nicht zum Licht, sondern in die Dunkelheit. Denn nur ein Wesen, welches alles besitzt was es braucht um zu sein, ist in der Lage aus vollem Herzen zu geben. Die Muttergöttin lehrt uns daher die Harmonie des Nehmens und Gebens zu erkennen und im Gleichgewicht der Kräfte zu leben.

Die Mutter ist die Göttin des Lebens, der Fruchtbarkeit, der Mutterschaft, der Heimat, der Heilung, der mütterlichen Liebe, des Wachsens, des Reifens und des Nährens. Sie ist zugleich auch die kriegerische Beschützerin des Lebens, welche dieses unter allen Umständen zu verteidigen weiß und stets Hilfesuchenden Schutz bietet. Sie lehrt uns Geduld und Ruhe im Umgang mit unseren Kindern zu bewahren. Sie ist das Ziel einer jeden Reise und so kehren wir am Ende unseres Lebens in ihren Schoß zurück, aus welchem wir einst kamen.

Die Muttergöttin ist alles und wir sind ein Teil von ihr. Lächelnd gebar sie uns und lässt uns unsere Wege freien Geistes, mit der Gewissheit, dass wir ewig ein wärmendes Heim besitzen werden, in welches wir zurückkehren können, beschreiten. Unsere Mutter lädt uns eine das Wunder des Lebens zu ergründen und bewusst ein Teil des Ganzen zu sein, um die Göttin in uns zu wecken.





... Die alte Weise ...
Der dunkle Aspekt der großen Göttin

Erkenntnisreich nach einem langen und erfüllten Leben blickt sie weise über ihr Land, auf dessen Wiesen sie einst unbeschwert tanzte und dessen Kinder sie gebar. Schmunzelnd sieht sie dem bunten Treiben bedächtig zu, doch ihr Blick richtet sich in die Ferne. Sie ist ein Teil des großen Ganzen und doch hört sie schon das immer lauter werdende Geflüster der nächsten Welt. Aus Erfahrungen gewonnene Erkenntnis und aus Wissen erlangte Weisheit sind ihre stummen Begleiter. Die alte Weise ist gekommen, sie, die unaussprechlich ist.

Die Greisin ist einer der drei Aspekte der großen Mondin. Ihre Jahreszeit ist der farbenfrohe, jedoch schon Tod verheißende, Herbst, das vergehende Licht des Abends ist ihre Tageszeit und das auf die kommende Dunkelheit hinweisende Schwarz ist ihre Farbe. Das Symbol der alten weisen Göttin ist die abnehmende Mondsichel.

Die Greisin ist der Inbegriff von Weisheit, welche sie durch das in ihrem Leben erworbene Wissen erlangt hat. Sie ist die Erkenntnisreiche, die durch ihrem großen Schatz aus Erfahrungen die Nebel des Seins trennen konnte und so den Weg ins Licht fand. Wir können viel von ihr lernen, doch lässt sich Weisheit und Erkenntnis nicht lehren.
Weltliche Belange sind für die dunkle Göttin nicht mehr von Bedeutung. Ihr Blick richtet sich in ein fernes Reich und so durchschreitet sie immerwährend die Grenzen der Welten. Sie ist hier, doch auch wiederum nicht. Sie weiß um ihre Zukunft, sieht den nahenden Tod, doch fürchtet sie sich nicht. Die weise Alte empfindet sich als einen Teil des immerwährenden Kreises und weiß, dass der Tod nur eine kleine Zwischenstation in ihrem Sein darstellt, ein Moment der Ruhe und des Kraftschöpfens, bis das Rad des Lebens sich von neuem zu drehen beginnt.

Als Göttin des Todes steht die Greisin auch für das alles Verschlingende. Viele Menschen begegnen diesem Aspekt der Alten mit Furcht und Angst. So ist es nicht verwunderlich, dass sie oftmals gemieden und als böse dargestellt wird, auch wenn dies nicht der Fall ist. Wir Menschen müssen jedoch lernen, dass der Tod ein ganz normaler Bestandteil des Lebens ist, der das Schicksal eines jeden einzelnen Lebewesens ist. Mit der Unterstützung der Dunklen sind wir in der Lage dies zu erkennen, und mit dem Begreifen dieses Naturgesetztes wird sich unsere Angst in den weiten Nebeln auflösen und wir werden in der Position sein ihr unglaubliches Vermächtnis anzunehmen.

Die Greisin steht zu dem für Schattenarbeit. In meiner Arbeit mit den verschiedensten Menschen habe ich festgestellt, dass sich viele fürchten den „dunklen“ Aspekten ihres Seins zu begegnen. Der Einblick in die Tiefe der eigene Seelen kann oftmals erschreckendes offenbaren, und aus Angst dieser „Schwärze“ gegenüber zu treten wird dieser Bestandteil des eigenen Ichs lieber feinsäuberlich unter Verschluss gehalten. Die Tatsache, dass wir uns hierdurch selbst verleugnen wird dann ohne weiteres außer Acht gelassen. Ich möchte nicht behaupten, dass es einfach ist seinem eigenen Schatten zu begegnen, doch der Pfad der Hexen bezieht sich grundsätzlich auf die ganzheitliche Wahrnehmung, und dies schließt nun einmal auch unangenehme Bereiche des eigenen Seins ein. Lerne dich selbst zu lieben, und zwar mit ALLEN deinen Aspekten. Die große Göttin liebt dich vollkommen und wird sich von dir nicht wegen deiner „dunklen“ Seite abwenden. Die alte Weise kann dich lehren deinem eigenen Schatten zu begegnen und diesen anzunehmen. Was wir kennen, dass verliert die Macht über uns und wir sind in der Lage ihm kraftvoll gegenüber zu treten. Die schwarze Göttin entführt dich in die dunkelsten Abgründe deiner Seele und offenbart dir Alles. Sie wird dich jedoch auch auf deiner Reise beschützen und dir stets den Weg zurück zum Licht offenbaren. Wer die Dunkelheit sah, wird das Licht in einer vollkommen neuen Art und Weise wahrnehmen und versteht erst seine Macht.

Die Greisin ist die Göttin des Todes, des Verschlingens, des Sterbens, des Wissens, der Weisheit, der Erfahrungen, der Erkenntnis, der Selbstoffenbarung, der Schattenarbeit und der Anderswelt. Die Alte ist zu dem die Wächterin der anderen und der nächsten Welten. Sie ist die Hüterin des Schlüssels zu den geheimen Mysterien des Seins.

Die alte Weise lädt uns auf eine Reise in die Dunkelheit unserer Seele ein und offenbart uns den wahren Glanz des Lichtes. Öffne deine Augen und folge den Pfaden der Dunklen um wahrhaft zu erkennen.

http://www.hexenpfad.de/hexenglaube/grossegoettin.php

Die Wahrheit wiegt meistens schwer.

Linoma Offline




Beiträge: 1.500

28.04.2010 13:51
#3 RE: Dreifaltigkeit antworten




Ursprünge: Die drei Gesichter der großen Göttin

Im gesamten keltischen Wirkungsbereich taucht zuerst eine in Einheit verehrte, später in der Dreiheit einer Erdmutter auf. Sie verkörperte in ihren drei Erscheinungen die magische Vervielfältigung des mütterlichen Prinzips und deren Kräfte und stand gleichsam für die Vollkommenheit. Zur Gestalt der drei Erscheinungsformen ist folgendes wichtig: die Gottheiten symbolisieren gleichsam die drei Lebensalter und Archetypen der Frau:
# Das junge Mädchen
# Die reife Frau
# Die weise Alte
So gibt es auch für den Uterus drei Phasen:
den Aufbau der Schleimhaut (weiß), die Fülle des Blutes (rot) und den Blutfluss der Menstruation (schwarz). Ebenso wie es im Leben einer Frau drei Phasen gibt:
Mädchen (Menarche), Frau (menstruierend) und Alte (Menopause).

Unter diesen drei Archetypen findet das Prinzip der Erdmutter ihren vollkommensten Ausdruck. Im alten Gallien bestand unter keltischer Herrschaft ein Matriarchat, von dem das Leben unserer Vorfahren in allen Bereichen durchdrungen war und dem eine gewaltlosere und sanftere Philosophie zu Grunde lag, als es in der römischen Religion oder der griechischen der Fall war.
Die Autorin Göttner- Abendroth schreibt in ihrem analytischen Werk über das Weltbild des Matriarchats:
"Schauen wir uns die 'Göttinstruktur' an, so sehen wir das Dreistockwerk- Weltbild der antiken Völker: der Himmel ist die oberste, lichte Region, Wohnung der göttlichen Gestirne; Land und Meer sind die mittlere Region, die Welt der Menschen; die Unterwelt ist die Region unter der Erde oder unter dem Meer oder anderen Gewässern, aus der die geheimnisvollen Kräfte des Todes und der Wiederkehr kommen.

Dieser dreigegliederte Kosmos wird vollständig von weiblichen Kräften durchdrungen gesehen: Oben wohnt die helle, jugendliche, atmosphärische Göttin, verkörpert im astralen, jagenden Mädchen. In der Mitte, Land und Meer beherrschend, wohnt die Frauengöttin, die mit ihrer erotischen Kraft Erde und Gewässer, Tiere und Menschen fruchtbar macht und damit das Leben erhält. In der Unterwelt wohnt die Alte Göttin, die Todesgöttin als alte Frau, welche alles Leben im Abgrund vernichtet und zugleich aus der Tiefe wiederauferstehen lässt, sie ist die mysteriöse Gottheit ewigen Unterganges und ewiger Wiederkehr; sie bestimmt die astronomischen Zyklen und damit auch die Zyklen der Vegetation und des menschlichen Lebens; damit ist sie die Herrin der kosmischen Ordnung und die ewige Weisheit in Person. Alle drei Gestalten zusammen bilden nur eine einzige Gottheit, sie sind also nie völlig voneinander zu trennen. Es ist die matriarchale große Göttin die erste Dreifaltigkeit.“

In Erde, Sonne und Mond wurde diese allumfassende Gottheit im ursprünglichen Sinne verehrt und gesehen. Der Mond als Aspekt des jungen Mädchens (er ist in sich wieder zyklisch dreigeteilt: Werden- Sein- Vergehen) steht in engem Kontakt mit dem weiblichen Element Wasser. Die immer leben schenkende und wärmende Sonne versinnbildlicht die göttliche gebärende Mutter und heilige Frau. Um diese ewige Dreiheit zu vervollständigen ist der Erde die Lebens verschlingende und wiedererweckende weise Alte gleichzusetzen. Auch drei Farben spiegeln diese drei Qualitäten des weiblichen Seins wider, es ist dies in der Reihenfolge Weiß- Rot- Schwarz. Weiß für die starke und tapfere Mädchengöttin, Rot für die reife, Lebens spendende Frauengöttin und Schwarz ( manchmal dunkel Blau) für die erfahrene und weise Unterweltgöttin.

Sie sind ein Beispiel mehr für die vielfältigen Emanationen des göttlichen Aspekts in der materiellen Welt. Diese mystische Farbenkombination findet sich in zahlreichen Sagen, Märchen und Bräuchen unseres Raumes, ( Beispiel : Schneewittchen, Schneeweischen und Rosenrot; Frau Holle, die wilden Schwäne..) Orts- und Flurnamen sowie immer wieder auf Reliefs und Figuren in katholischen Kirchen, das auf eine keltische Erdmutter hinweist, die jedoch christlich interpretiert wurden.

Die Verehrung der Erdmutter
Unsere Vorfahren legten großen Wert auf die Verehrung der Erdmutter, die ja den zentralen Kern ihrer ursprünglich matriarchalische Religion bildete. Es hat wohl zahlreiche spirituelle Kultplätze gegeben , an denen sie gefeiert und angerufen wurde. Als solche Verehrungspunkte wurden häufig Quellen, Haine, Berge, Felsen oder Teiche herangezogen, da sie als Zentren weiblicher Kraft angesehen wurden und heilig waren.
Es müsste praktisch bei jeder alten Siedlung eine solche Kultstätte vorhanden gewesen sein, ähnlich wie heute in jedem Dorf eine Kirche steht. Mit hoher Wahrscheinlichkeit übernahm die christliche Religion viele dieser „magischen Kraftorte“ und ließ diese innewohnende mütterliche Qualität weiterleben, indem sie diese Zentren zu Kapellen, Kirchen oder heiligen Grotten umfunktionierte. Ich möchte sogar behaupten, dass jede alte Urkirche auf einem Steinkreis, Megalith oder ähnlicher kultischer Anlage steht.

Die Präsenz der Erdmutter umfasste alle Lebensbereiche, vom Ackerbau bis ins Lehrwesen, vom religiösen bis zum philosophischen Denken und Handeln. Über den gesamten Keltisch beeinflussten geographischen Raum finden sich zahlreiche Hinweise auf die Verehrung von einer Muttergottheit, vielerorts haben sie spezifische Namen herausgebildet, die sich entweder von Naturqualitäten ableiteten oder einen magischen Platz verkörperten. Grundsätzlich war es jedoch ein und dieselbe Kraft, die sich unter all diesen Namen und Aspekten herauskristallisieren konnte, der überregionale, weltliche Charakter hatte.

Die Göttin der heutigen Hexen
Trotz ihrer vielen Attribute, Namen und Kräfte hatten alle weiblichen Gottheiten einen gemeinsamen Ursprung, die höchste Realität, die als Göttin beschrieben werden kann, in welcher Form und wo auch immer sie in Erscheinung tritt. Sie offenbart sich in vielen Gestalten, von denen einige dem scheinbar unveränderlichen Bild der Weiblichkeit nicht entsprechen. Sie ist autonom, von betonter Sexualität und stark. Aus all diesem fügt sich das Bild einer absoluten Gottheit, die der menschliche Verstand nur ungenügend zu definieren vermag. Ihre wesentlichen Eigenschaft ist das Allumfassende: Sie vereint alle Gegensätze in sich: Männliches und Weibliches ,Schöpfung und Zerstörung. Sie erkennt, das Leben und Tod gleichgewichtig sein müssen, um die Ordnung des Universums aufrecht zu erhalten.

Die Göttin verkörpert den vollendeten Kreis von (Wieder-) Geburt, Leben und Tod. Sie steht in einer sehr engen Beziehung zum Mond, welcher ihr Symbol ist. Die Mondin offenbart sich uns in drei Hauptaspekten, welche die drei Analogien des Lebenskreises und des Wandels des Mondes darstellen. So steht der zunehmende Mond für die Jungfrau, die Geburt, der Vollmond für die Mutter, das Leben und die Greisin für den abnehmenden Mond, den Tod. Dies bezeichnen wir Hexen als die Dreifaltigkeit der großen Göttin. Die dreifaltige Göttin ist somit eine Triadengottheit. Auch die Ur Farben Weiss, Rot, Schwarz sind die Göttinnen Farben geblieben, noch heute arbeiten wir Hexen mit ihnen.

Die Göttin und sie sprach....
Ich bin die Erste und die Letzte.
Ich bin die Verehrte und die Verachtete.
Ich bin die Hure und die Heilige.
Ich bin die Ehefrau und die Jungfrau.
Ich bin die Mutter und die Tochter.
Ich bin die Unfruchtbare und die Mutter vieler Söhne.
Ich bin die, deren Hochzeit groß,
und doch habe ich keinen Mann genommen.

Ich bin die Hebamme und die Nicht - Gebärende.
Ich bin der Trost meiner Wehen.
Ich bin die Braut und der Bräutigam,
jene, die mein Gemahl zeugte.
Ich bin die Mutter,
meines Vaters und die Schwester meines Mannes,
welcher mein Nachkomme ist.

Ehret mich,
Ich bin die Verurteilung und der Freispruch.
Hört nun die Worte der Sternengöttin,
im Staub zu deren Füßen die Weite des Himmels
wie Staub liegt und deren Leib das Universum umfasst.
Ich, die ich die Schönheit der grünen Erde bin
und die weiße Mondin unter den Sternen,
das Mysterium der Gewässer
und die Sehnsucht im Herzen der Menschen,

Ich rufe eure Seelen, sich zu erheben und zu mir zu kommen,
denn ich bin die Seele der Natur, die dem Universum Leben schenkt.
Aus mir gehen alle Dinge hervor und zu mir müssen alle dinge zurückkehren.
Und vor meinem Angesicht, geliebt von den Göttern und Menschen, soll sich euer innerstes
göttliches Selbst in der Verzückung der Unendlichkeit entfalten.
Verehrt mich mit frohlockendem Herzen, denn siehe,
alle Akte der Liebe und der Freude sind meine Rituale.

Lasst in euch sein
Schönheit und Stärke,
Kraft und Mitgefühl,
Ehre und Demut,
Heiterkeit und Ehrfurcht.
Und ihr, die ihr mich erkennen wollt, wisset,
dass all euer Suchen und Sehnen vergeblich sein wird
wenn ihr das Mysterium nicht kennt:
Wenn ihr das, was ihr sucht, nicht in eurem Inneren findet,
werdet ihr es im Außen niemals finden.
Von Doreen Valiente

Gebet an die Göttin
All liebende Göttin,
Königin der Götter,
Licht der Nacht,
Schöpferin des Wilden und Freien,
Mutter von Frau und Mann,
Geliebte des Gehörnten Gottes,
Beschützerin aller Wesen der Erde.
Göttin des Mondes,
Herrscherin aller Magie.
Du bist das Kind, die Mutter und die Weise Alte in uns.
Du bist das Rad der Welt und wir sind Deine Kinder.
Du gibst der müden Seele Erneuerung und Erlösung
Der Tod ist Dein Reich und die Geburt.
Dein immerwährendes Geschenk an uns.
Sei gesegnet und mit Dir Deine Kinder!

Die Offenbarung der Dreifaltigen Göttin
Ich bin die Blüte am Zweig des Baumes
Ich bin die Mondsichel, die den Himmel krönt.
Ich bin der Sonnenstrahl, der auf der Welle glitzert,
der Windhauch, der über das frische Gras weht.

Kein Mann hat mich je besessen,
und doch bin ich Ziel allen Verlangens.
Bin Jägerin und Heilige Weisheit,
Geist der Inspiration und die Herrin der Blumen.
Schaue in Wasser und erkenne in dir,
du siehst dort mein Spiegelbild, denn du gehörst zu Mir...

Ich bin die anschwellende Frucht an den Ästen.
Ich bin der Vollmond, der den Himmel beherrscht.
Ich bin die Sonne in all ihrer Pracht,
der warme Wind, der das Korn reifen lässt.
Ich gebe mich in meiner Zeit des Jahres
Und schaffe Überfluss.
Ich bin Gemahlin und Mutter, ich gebäre und verschlinge.
Ich liebe und werde geliebt, und eines Tages wirst du mir gehören.

Ich bin der abnehmende Mond, dessen Sichel die Sterne erntet.
Ich bin die untergehende Sonne
Und der kalte Wind, der die Dunkelheit verkündet.
Ich bin reif an Jahren und an Weisheit;
Ich sehe alle Geheimnisse hinter dem Schleier.
Ich bin die Alte und Erntekönigin, die Hexe und die Weise,
und eines Tages wirst du Mir gehören....
(Von Marion Zimmer Bradley. Gesehen in: "Die Priesterin von Avalon" Wolfgang Krüger Verlag 2001, 1. Auflage gebunden S. 58 -61, Übersetzung von Marion Balkenhol)

Der Gott oder der wilde Mann des Waldes in der heutigen Sicht
Der Gott der Hexen ist ein zärtlicher Gott der Liebe und der Sexualität, zugleich symbolisiert er jedoch auch die Macht des Verstandes und die ungebändigte sowie wilde Kraft des Jägers. Er stellt den gleichwertigen Gegenpol zur Göttin dar und ist ihr Gefährte. Zu dem ist er die Verkörperung des männlichen Prinzips, welches jedoch nicht mit den Werten unserer Gesellschaft vergleichbar ist.

Wir Naturreligiösen Menschen bezeichnen ihn auch als den „Gehörnten“. Diese Aussage bezieht sich auf seine Hörner, welche ein Ausdruck seiner Verbindung zur Natur und zum allumfassenden Sein sind. Meist ist es ein Hirschgeweih. Die Hörner des Gottes der Hexen stehen für die zu- und abnehmenden Halbmonde der göttlichen Mondin und sind ein Symbol animalische Vitalität.
Ich möchte an dieser Stelle hervorheben, dass es sich beim gehörnten Gott nicht um den Teufel der Christen handelt. Der Gehörnte repräsentiert, so wie die Göttin den Mond darstellt, die wärmende sowie Licht spendende Sonne. Zu dem wird ihm die Zeit des Schwarzmondes zugeordnet, in welcher die Kraft der Sonne jene des Mondes überschattet, da die Macht des Mondes zu dieser Zeit im Reich des Todes wandelt, um sich auf ihre Wiedergeburt vorzubereiten.

Der Gott der Hexen ist der Reisende, welcher auf den Pfaden des Jahresrades, welches die Göttin darstellt, wandelt. Er ist die Macht aus allem, was geboren und anschließend zerstört wird, damit neues entstehen kann. Er ist der sterbende, hingebende Gott, der sein Leben opfert, damit sein Tod der allumfassenden Lebenskraft dienen kann. Er ist der Jäger, der tötet aber auch getötet wird. Seine ungezähmte Kraft, steht immer im Dienste des Lebens. Als Jäger steht der Gehörnte zu dem für die Suche, die Suche nach allem was ist, unabhängig davon, ob sie körperlich, geistig, spirituell, künstlerisch, wissenschaftlich oder gesellschaftlich bedingt ist.

Der gehörnte Gott ist frei von männlichen Verhaltensdogmen des Patriarchats, welche von dem Erlangen von Macht und Ruhm sowie dem Einnehmen der Vaterrolle geprägt sind. Der Gott wurde von der jungfräulichen Mutter gezeugt, welche durch ihn selbst in seinem vorherigen Seinszyklus befruchtet wurde. So ist er zugleich Kind und Vater in einem Wesen, vereint diese Kräfte und ist daher frei von den diktierten gesellschaftlichen Normen.

Der Gott der Hexen ist die heilige, tiefgründige Kraft sowie die unbändige, jedoch nicht gewalttätige, Form der Sexualität. Dies geschieht jedoch immer im einvernehmen beider Polaritäten, denn der Akt sowie der Körper ist heilig. Das Ziel ist nie die Beherrschung des anderen, sondern immer die gemeinsame Verschmelzung. Die Sehnsucht und Begierde des Gottes besteht darin sich mit der ursprünglichen nährenden Kraft der Muttergöttin zu vereinen, nicht sich diese Macht Untertan zu machen.

Obwohl der Gehörnte die unbändige sowie animalische Kraft der Sexualität repräsentiert, steht er ebenfalls für die Macht des Verstandes und des Geistes. Diese gegensätzlichen Kräfte werden im Hexentum nicht als Widerspruch wahrgenommen. Der wärmende Gott ist in der Lage sein körperliches Verlangen nach Vereinigung in intellektuelle Neu- sowie Wissbegier umzuwandeln. Das Streben nach Erkenntnis und Wissen stellt im Grunde ebenfalls eine Vereinigung mit dem Ganzen dar, welche jedoch auf eine andere Art und Weise zelebriert wird.
Der Gott der Hexen ist frei, ungezügelt und wild. Zu gleich ist er jedoch sanft, zärtlich, einfühlsam und wissensbegierig. Er ist die Vereinigung von patriarchalischen Gegensätzen, welche jedoch keine sein müssen.

Und ER Sprach:
Ich bin das Feuer in deinem Herzen,
das Sehnen deiner Seele.
Ich bin der Jäger der Weisheit
Ich – der in der Dunkelheit des Lichts steht
bin der, den du Tod nennst.
Ich – Begleiter und Gemahl von Ihr, die wir anbeten,
rufe zu dir hervor.
Beherzigt meinen Ruf, geliebte,
kommt zu mir und lernet die Geheimnisse von Tod und Friede.
Ich bin das Korn zur Ernte
und die Früchte auf den Bäumen:
Ich bin der, der euch nach Hause führt,
Peitsche und Flamme,
Klinge und Blut -
Dies sind meine Geschenke für dich;
Ruf mich im wilden Wald hervor
und auf kahlen Hügelspitzen
und such mich in der leuchtenden Dunkelheit.
Ich – der ich verschiedene Namen trag;
Pan, Herne, Wodan und Cennusos sprechen zu dir in deiner Suche.
Komm tanze und singe,
Komm Lebe und Lache,
denn wisse:
dies ist meine Verehrung.
Ihr seid meine Kinder und ich bin dein Vater.
Auf schnellen Schwingen der Nacht
bin ich es der an eurer Mutter Füßen liegt.
um wiedergeboren zu werden und wieder zurückzukehren.

Und du, der du mich suchst,
wisse, dass ich der ungebändigte Wind bin,
die Wut des Sturmes und die Leidenschaft in deiner Seele.
Suche mich mit Stolz und Demut,
doch suche mich am besten mit Liebe und Kraft.
Denn dies ist mein Weg,
und ich liebe die schwachen und ängstlichen nicht.
Höre meinen Ruf in langen Winternächten
und wir stehen zusammen um
ihre Erde bewachend, während sie schläft.

Offenbarung des gehörnten Gottes
Höret die Worte des gehörnten Gottes,
die Musik dessen, der mit seinem Lachen den Wind rührt,
er dessen Stimme die Jahreszeiten ruft:

Ich bin der Herr der Jagd, die Kraft des Lichts
die leuchtende Sonne zwischen den Wolken,
das Geheimnis der Flamme.

Ich rufe eure Körper sich zu erheben und zu mir zu kommen,
denn ich bin das Fleisch der Erde und all ihrer Wesen.
Durch mich müssen alle Dinge sterben und
mit mir werden sie wiedergeboren.

Lass meine Verehrung im singenden und tanzenden Körper sein,
denn sieh, alle Handlungen der Feiern sind meine Rituale.

So seien Mut und Zweifel,
Freude und Trauer,
Liebe und Wut,
Leidenschaft und Friede mit dir.

Denn auch sie sind Teil des Geheimnisses im Innern.
In mir sind die Endungen aller Anfänge,
und die Anfänge aller Endungen.
Von Doreen Valiente

Gebet des Gottes:
Feuriger Gott,
König der Götter,
Herrscher des Lichtes,
Bewahrer der Freien und Wilden Tiere.
Vater von Frau und Mann,
Geliebter der Mondgöttin.
Du gibst Deine Kraft der Erde, damit Frucht und Korn alle nähren kann.
Du bist Wächter der Wälder und Wilden Gefilde.
Die Vögel der Lüfte singen Deine Lieder.
Durch Deine Liebe dreht sich das Rad von Tod und Wiedergeburt
denn durch Deinen immer wieder kehrenden Tod,
entsteht wieder neues Leben.
Du bist in uns, denn wir sind Deine Kinder.
Sei gesegnet!

http://www.trudimonia-shop.de/Gott%20und%20Gottin.php

Die Wahrheit wiegt meistens schwer.

Linoma Offline




Beiträge: 1.500

05.01.2012 21:17
#4 RE: Dreifaltigkeit antworten

Die von den Christinnen verehrte Jungfrau Maria ist ein Aspekt der dreifachen Göttin. Im Alt- Buruk waren der Name der Großen Göttin und des Mondes gleichgesetzt: Nana. Beten die Französinnen Nortre Dame an, so sprechen sie zu der Mondin. Viele Priesterinnen ältester Kulturen schmückten sich mit Nachbildungen der Mondphasen. Der druidischen Diana, so wie der Kore ist der zunehmende Halbmond zugeordnet.

Viele Kulturen beteten mit den drei sichtbaren Phasen des Mondes die drei Erscheinungsformen der Großen Göttin an. Vergangenheit • Gegenwart • Zukunft - Jungfrau • Mutter • Greisin. Der Mond verkörperte die Dreifaltigkeit der Großen Mutter, die wir unter anderem wieder finden in den in der Edda erwähnten Nornen Urd, Verdandi, Skuld, dem dreifachen Aspekt der Moira u.a.. Das Stammwort -> mana, (wo-)men ist indoeuropäischen Ursprunges und umschreibt das Weise Blut der Großen Mutter.

Da die Umlaufzeit des Mondes dieselbe Anzahl an Tagen wie der Menstruationszyklus der Frauen beträgt, galt der Mond, die Mondin, die Große Mutter als Herrin über das Blut und mit diesem Blut als Herrin über die Fruchtbarkeit, die Empfängnis, das Werden, sowie das Vergehen. Um dieses Weise Blut der Großen Mutter ranken sich viele Legenden und Mythen. Einer südamerikanischen Legende zufolge wurde die Menschheit durch Mondblut geschaffen, so wie in Mesopotamien Nemhursag verehrt wurde als Schöpferin, die die Menschen aus Lehm schuf und mit ihrem Blut Leben schenkte. Dieser Gedanke findet sich gar in der Bibel, denn Adam meint blutiger Lehm (adamah). Der Gott Thor erreicht den Mythen zufolge das Land der Erkenntnis dadurch, dass er den blutigen Fluss durchschwommen ist. Es hieß, dass Blut der Göttin verleihe Unsterblichkeit und mache aus Königen Götter. (In Anlehnung an diesen Glauben entstand die legendäre purpurrote Königsrobe!). Der aus der katholischen Messe bekannte Satz "Das ist mein Blut" wurde übernommen aus den alten Eleysinischen Mysterien, früher war dies der Satz der Großen Mutter, die mit ihrem Blut Leben und Unsterblichkeit schenkte.

Aus diesen alten Mythen entstanden in der Neuzeit die Legenden um die Vampire, die nur des nächtens mit Vorliebe zur Vollmondzeit durch das Trinken von Blut Unsterblichkeit erlangen. Auch der Werwolf ist eine Gestalt ältester Legenden. Der Mythos von Endymion erzählt die Geschichte des verführten Mondmannes, welcher am Tage der Göttin an einem Freitag in einer Vollmondnacht auf einem der Göttin geweihten Hügel einschlief . Darauf verwandelte die dreifache Wölfin, die Große Mutter, die Mondin ihn in einen Werwolf und erkor ihn somit zum Gatten.

Doch, so wie die Große Mutter, die Mondin als Schenkerin der Unsterblichkeit verehrt wurde, so galt sie - bzw. ein Teilaspekt ihre dreifachen Erscheinung - auch als Herrin über den Tod. In den Veden ist nachzulesen, dass alle Seelen nach dem Tod zurückkehren zu der Mondin. Römische Adelige trugen als Halsschmuck einen Halbmond, der ihnen den Schutz verleihen sollte, nach ihrem Tod zurück in den Schoß der großen Göttin zu kehren. Nur die Seelen der Erleuchteten durften dorthin zurück laut Gnostikern, die der Verblendeten hieß es, würden in Tieren wiedergeboren.

Die von Mana regierte Isle of Man war die Mondinsel und gleichzeitig die Toteninsel, so glaubten die Nordeuropäer. Das uns bekannte Wort Manie wurde von den Kirchenväter für die Anhängerinnen Manas verwendet... sie schienen ihnen nicht zurechnungsfähig. Die Ägypter glaubten, dass die Hunde und Schakale, so, wie der Schakalgott Anubis Begleiter der Großen Göttin seien. Der Wächter der Persephone war ebenfalls ein Hund mit Namen Cerberus. Die Hunde, die uns auf der Karte der Großen Arkana begegnen, Schakale, aber auch Wölfe galten als Todesboten.

Die bis in unsere Zeit hin bekannteste und gefürchtetste Erscheinungsform der Großen Mutter, der Mondin ist Hekate, die Alte, die Königin der Hexen. Ihre Priesterinnen behaupten seit jeher, dass sie es vermögen, die Mondin an- und vom Himmel her herabzurufen. Das Herunterziehen der Mondgöttin auf die Erde findet sich in der christlichen Anrufung des Heiligen Geistes wieder. Auch ist es umgangsprachig gebräuchlich, von Hunden, die den Mond anheulen zu sprechen. Dieser Mythos leitet sich ab von Anubis, dem Schakalgott, der als Begleiterin der Großen Göttin galt.

aus: http://tiora1.tripod.com/Goddess_World.htm

Die Wahrheit wiegt meistens schwer.

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