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Dieses Thema hat 3 Antworten
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 Eckpfeiler der Chronik
Linoma Offline




Beiträge: 1.500

30.04.2010 16:12
RE: Anfang der Chronik / Skorpion König Antworten

hier am Beispiel der Verfilmung: (http://www.egyptomania.de/2sk4aw.htm)

Historizität und Fiktion

So phantastisch der Skorpionkönig als Halbwesen aus Mensch und Skorpion wirkt, ursprünglich zeigt ihn der Film als Kriegsherren, der die gesamte damals bekannte Welt unterwerfen will. 3067 v.Chr. führt er seine Männer gegen die Stadt Theben. Sieben Jahre dauert die Auseinandersetzung, dann müssen sich die Truppen in die Wüste zurückziehen, wo alle bis auf den Kriegerfürsten sterben. Erst ein Pakt mit dem Gott Anubis bringt dem Skorpionkönig durch die Hilfe der übernatürlichen "Armee des Anubis" den Sieg. Danach zwingt der Gott den Sieger, ihm für alle Zeiten zu dienen. Die Metamorphose des Skorpionkönig wird nicht gezeigt, wohl aber, wie die schakalköpfigen Anubiskrieger zu Staub zerfallen und die großartige Architektur des Alten Ägypten sich in Ruinen verwandelt. Auf diese Weise wechselt der Film in das Jahr 1933, als das (gute) Forscherehepaar Rick und Evelyn den Armreif des Skorpionkönigs ausgräbt. Durch die Entdeckung wird – darauf weist der Film explizit hin – die mythische Gestalt des Skorpionkönigs Wirklichkeit.

Fiktion mischt sich hier mit Realität. Der Kriegsherr Skorpionkönig hat sein Vorbild im Alten Ägypten. Die Zeit, die Sommers für den Kampf gegen Theben gewählt hat, kündet von der Kenntnis dieses Vorbildes, das der Filmfigur seinen Namen gab: König Skorpion. Tatsächlich ahnte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts niemand von seiner Existenz, und selbst heute geben die wenigen Belege Anlaß zu Spekulationen. Wer war König Skorpion?

1897/98 stieß der Ägyptologe James Edward Quibell in Hierakonpolis auf bedeutende Stücke aus der ägyptischen Frühgeschichte. Dort, in einem der ältesten Tempel des Landes fand er eine Reihe von Votivgaben, darunter prächtige Paletten, u.a. die des Königs Narmer, und Keulenköpfe. Keulen stellen ursprünglich Waffen dar. In der Reichseinigungszeit tauchen Exemplare mit größeren Köpfen, die mit Reliefs geschmückt sind, auf. Da solch spezielle Stücke im Tempelareal von Hierakonpolis gefunden wurden, leitete man daraus ihre kultisch-memorative Funktion ab. Ähnliches gilt für die Paletten, deren kleinere Vorbilder im Alltag zum Anreiben von Schminke verwendet wurden.

Die Bruchstücke eines Keulenkopfes zeigen einen Herrscher mit der Krone Oberägyptens. Die vor seinem Kopf angebrachten Zeichen einer (Blumen-?)Rosette und eines Skorpions wurden als hieroglyphische Schreibung seines Namens gedeutet: König Skorpion. Es stellt sich natürlich die Frage nach der Existenz eines Königs namens Skorpion. Daß es bereits 150 Jahre zuvor einen König Skorpion (I.) gab, steht aufgrund (s)eines Grabes in Abydos außer Frage, denn dort fanden sich zahlreiche Krüge, die mit dem Skorpion-Zeichen auf einen solchen Herrscher hinweisen. Die große Bedeutung des Bestatteten läßt sich aus dem Grab selbst erschließen. Nicht nur, daß die Anlage einen Palast nachbildet, in den Vorratskammern fanden sich unzählige Tongefäße. Viele waren wohl einst mit Wein aus Palästina gefüllt. Ein Zeichen gesicherter Handelsbeziehungen zu entfernten Gebieten – 3150 v.Chr.!

Skorpion II. wird v.a. mit der Prunkkeule aus Hierakonpolis verbunden. Weitere Funde sind letztlich nicht eindeutig. Ein anderes Problem stellt die Namensdeutung dar. Dargestellt ist ein Skorpion, unter dessen Körper ein Zapfen zu erkennen ist. Das ist kein lebendig zu denkendes Wesen sondern ein Abbild, wahrscheinlich eine Art Aufsatz in Skorpionform. Ebenfalls problematisch ist die Art der Handlung, die König Skorpion mit der Hacke in der Hand durchführt, vielleicht das rituelle Öffnen eines Bewässerungskanals, eine rituelle Aussaat oder die Gründung einer Stadt. Der Zusammenhang der übrigen Darstellungen im mittleren und unteren Register ist aufgrund der fehlenden Teile nur schwer zu erschließen.


Der Keulenkopf des Königs Skorpion
Ashmolean Museum, Oxford
© Uni-Diaverlag

Möglicherweise handelt es sich um die Widergabe eines Rituals wie dem Sedfest. In Frage kommt auch das sog. "Erscheinen des Königs von Unterägypten". (Vgl. Millet, N.B., The Narmer Macehead and Related Objects, in: Journal of the American Research Center in Egypt 27, 1990, S. 53-59, S. 56f.) Beim Sedfest handelt es sich um einen Ritus, der die Kraft des Königs erhalten bzw. wiederherstellen soll, und der u.a. die Besitzergreifung beider Landesteile durch den Herrscher, sowie den Erhalt der Fruchtbarkeit des Landes symbolhaft zum Ausdruck bringt. Das Entscheidende ist die Handlung: Die Hacke ist spätestens seit den Darstellungen auf der sog. Städte-Palette ein Machtsymbol des Herrschers. Die Aktion des Hackens auf dem Keulenkopf ist nicht nur eine allein dem König zukommende Handlung, sie stellt darüberhinaus die Inbesitznahme des Landes mit seiner fruchtbaren Erde dar, ebenso wie die Eroberung der geographischen Region, d.h. eines Gebietes am oder im Nildelta samt seiner Bevölkerung.

Was die Wahl des Skorpions als Königsnamen betrifft, so wurden Skorpione in dieser Epoche nicht als zerstörerische und damit abzuwehrende Gefahr betrachtet. Sie galten als machtvoll, da sie über das Wohl und das Leben und den Tod der Menschen entscheiden konnten. Deshalb tauchen sie als königliche Schutzmacht auf und wählen Herrscher die Bezeichnung "Skorpion" (neben z.B. "Löwe" oder "Schlange").

König Skorpion gehört zu jenen Herrschern am Beginn der Geschichte des Alten Ägypten, deren Erinnerung im "kulturellen Gedächtnis" (Jan Assmann) der Ägypter bewahrt wird, und die geradezu mythische Qualitäten erlangen. Die frühen Könige vereinten über mehrere Generationen hinweg die autonomen Landesteile zu einem einzigen Staat. Diese Leistung betrachtete man später als eine Art Schöpfungsakt: Aus dem Chaos entwickelte sich eine neue Ordnung, die der König garantierte. Hingegen ging die Erinnerung an Könige wie Skorpion und Narmer mehr und mehr verloren und wurde ersetzt durch die Vorstellung des einen Reichseinigers namens Menes.



Krieg?

Friedlich ist es bei der Vereinigung des Landes vielleicht nicht zugegangen. Darin mag Die Mumie kehrt zurück recht haben. Historisch unkorrekt ist die allerdings in der Filmerzählung begründete Darstellung des Krieges gegen die Stadt Theben, zumal dieser Ort in Oberägypten liegt, von wo die zum Zusammenschluß Ägyptens führende Expansion ausging. – Dieser Ort war im späten 4. Jt. v.Chr. noch völlig bedeutungslos. Ebenso wenig wiesen frühgeschichtliche Siedlungen dauerhafte Lehmziegel- und Steinarchitektur auf, ein Umstand, den der Film mit seiner prächtigen Tempelstadt inklusive Pyramide zu gerne vergessen machen möchte.

Was die historischen "Quellen" betrifft, so weist die Prunkpalette des Königs Narmer, des (möglichen) Nachfolgers Skorpion II., auf einer Seite das Motiv des "Erschlagen des Feindes" auf. Es wird sich bis zur Spätzeit Ägyptens tradieren, manchmal den Ausgang realer Feldzüge dokumentieren, generell aber für den Erhalt der Ordnung durch den Pharao stehen. Die Narmer-Palette wurde in diesem Zusammenhang als Geschichtsdokument gedeutet, das den Abschluß der Kämpfe um ein bis dahin unbesiegtes Gebiet im Delta zeigt. Schon spätestens König Skorpion II. war es gelungen, die Bevölkerung des Nildeltas, die "Kiebitz-Leute", zu unterwerfen – wenn man den Angaben der Prunkkeule Glauben schenkt. Tote Kiebitze nämlich hängen im obersten Register des Reliefs von Standarten. Die Art der Darstellung läßt vermuten, daß die Aktionen der Invasoren aus dem Süden nicht unblutig abliefen.

Anlaß zu solchen Spekulationen liefert außerdem die Städte-Palette. Nur zu einem Drittel erhalten weist eine Seite den Zug verschiedener Tiere, nämlich Ochsen, Esel und Widder, auf. Die andere Seite zeigte ursprünglich sieben Stadt-Hieroglyphen, auf denen jeweils verschiedene tiergestaltige Königsmächte hocken. Diese halten Hacken, welche an die Stadtmauern angesetzt sind. Als Lesung wurde die Zerstörung bestimmter, heute nur mehr zum Teil identifizierbarer Städte im Nildelta vorgeschlagen. Auch die Narmer-Palette zeigt auf ihrer Vorderseite das Anrennen eines Stieres, in dem sich der König personifiziert, gegen eine Stadt und einen Feind. Hier wird der Stadtring gesprengt.

Selbst die frühe ägyptische Kunst führt eine ideale Ordnung vor. Ich schlage daher vor, in der Städte-Palette zwar sehr wohl die Eroberung des Nordens durch die Herrscher aus dem Süden zu sehen, jedoch keine konkreten Zerstörungen. Vielmehr wird gezeigt, daß die Könige die Kontrolle über die Orte besitzen und damit die Macht einer potentiellen Zerstörung, sollte man sich ihnen nicht fügen. Da man ja einen Nutzen aus der Eroberung des Deltas ziehen wollte, hätte sich die Verwüstung wichtiger Städte und einer schon vorhandenen Infrastrukur eher negativ ausgewirkt.

Die Städte-Palette wird König Skorpion II. zugeschrieben, da sich unter den Königsmächten mit Hacke ein Skorpion an prominenter Stelle findet. Die Palette weist ihm ein Herrschaftsgebiet bis in das Delta zu. Die Tierreihen und eine beigefügte Hieroglyphe deuten ferner auf Tributleistungen aus dem libyschen Raum hin.

Skorpion II. war folglich ein bedeutender Herrscher. Ob er ein kriegerischer König war, läßt sich nicht mit Sicherheit sagen. Wenngleich die Ikonographie der mit ihm verbundenen Objekte nicht so starr wie in dynastischer Zeit ist, führt sie ebenso wie jene eine ideale Ordnung vor, in der Unterägypten an Oberägypten angegliedert ist. Skorpion II. stellt sich an das Ende einer Reihe von Königen, die mehr oder minder ganz Ägypten kontrollierten und sogar Teile des angrenzenden Auslands zu Abgaben heranziehen konnten.

In diesem Zusammenhang sei nochmals auf das obere Register der Skorpion-Prunkkeule eingegangen: Während die toten Kiebitze auf die Eroberung des Deltas hinweisen, verstehe ich die an den Standarten der anderen Hälfte der Keule hängenden Bögen als Unterwerfung von Gebieten im äußersten Süden Ägyptens bzw. im nubischen Grenzgebiet. Da Skorpion im Bildfeld unterhalb der toten, zu Unterägypten gehörenden Kiebitze mit der weißen Krone Oberägyptens dargestellt ist, kann in dem Bereich unterhalb der Bögen eine Darstellung mit der roten Krone Unterägyptens vermutet werden. So umfaßt die Herrschaft Skorpions das ideale Gebiet vom Mittelmeer bis nach Nubien, vom äußersten Norden bis zum äußersten Süden und damit die ideale gesamtägyptische, geordnete Welt. Die Flußlandschaft im unteren Drittel der Keule, in der u.a. eine unterägyptische Kapelle und ein Boot auftauchen, kündet möglicherweise von (rituellen) Umfahrten des Herrschers, der hiermit seine Fürsorge für das Land, besonders gegenüber Unterägypten, ausdrückt.

Die Wahrheit wiegt meistens schwer.

Linoma Offline




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30.04.2010 16:12
#2 RE: Anfang der Chronik / Skorpion König Antworten

König Skorpion I. war ein Herrscher der prädynastischen Epoche ( Naqada III.a 2 - Zeit um 3150 v. Chr.), der zweifellos nach Ausweis der inschriftlichen Funde offenbar bereits überregionale Bedeutung hatte.

Anhand der im abydenischen Grab U-j auf dem Friedhof Umm el Qaab gefundenen Grabbeigaben, ist ersichtlich, dass König Skorpion zweifellos über das gesamte nördliche Nildelta einschließlich des Deltas geherrscht haben musste. Darauf deuten Ortsnamen aus dem Delta hin, die anscheinend Tribute und Steuergüter von hier nennen. Außerdem weisen die Hunderte von Weinkrüge, die aus Kanaan importiert wurden und in drei Reihen in einem der Magazinräume lagerten, daraufhin, dass ein gut gehender Handel, der durch das Territorium Unterägyptens ging, jetzt fest in der Hand des oberägyptischen Königs lag. Skorpion I. war das Oberhaupt des Naqada-Reiches, das zwar kulturell ganz Ägypten eingenommen, aber noch keine politische Einheit hatte erreichen können.

Offensichtlich bestanden noch zahlreiche einflussreiche Delta-Eliten, deren Gegenwehr diese Einheit bislang verhinderten.

Eine Identifizierung dieses Königs Skorpions mit dem Stifter der berühmten Prunkkeule aus Hierakonpolis kommt aber kaum infrage, da die Keule wesentlich später anzusetzen ist, als das Grab U-j.

Die herausragende Bedeutung Skorpion ( I. ) in der Reihe der namenlosen vordynastischen Herrscher geht schon aus seiner zur damaligen Zeit außergewöhnlichen Grabanlage hervor.

In der Abfolge der Grabmäler des abydenischen Friedhofs U (nach Gundlach: Der Pharao und sein Staat) mit ihren Ein- oder Mehrkammer-Grabanlagen ist seine Grabanlage einzigartig, denn keine Grabanlage in der Abfolge in Friedhof U - weder vor noch nach ihm - bis zu Hor-Aha ist mit ihr vergleichbar.

http://www.nefershapiland.de/Skorpion%20I.htm

Die Wahrheit wiegt meistens schwer.

Linoma Offline




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30.04.2010 16:18
#3 RE: Anfang der Chronik / Skorpion König Antworten

Skorpion II. war ein altägyptischer Herrscher (Pharao) der prädynastischen Zeit (0. Dynastie [4]), welcher etwa um 3100 v. Chr. regierte. Ägyptologen schließen nicht aus, dass Skorpion II. zu jenen Königen gehörte, die eine vorübergehend regionale Einigung erwirken konnten.

Es bleibt jedoch unklar, welche Gebiete eventuell durch Skorpion II. vereint wurden. Hinzu kommt, dass die Regionen von Ober- und Unterägypten in der Prädynastik noch anders verteilt waren, weshalb eine sichere Aussage zu den beherrschten Gebieten der frühen Könige nicht getroffen werden kann. Von Skorpion II. selbst sind nur wenige Artefakte und Schriftzeugnisse erhalten. Skorpions genaue chronologische Position und Regierungsdauer bleibt aufgrund der Fundlage unsicher.

Skorpions Name wird auf seinem Keulenknauf von einer sechsstrahligen Goldrosette eingeleitet, deren Symbolik und Herkunft Gegenstand intensiver Forschungen ist [6] und in der Prädynastik zunächst als Allgemeinwappen für „König“ benutzt wurde. Ludwig David Morenz deutet die Goldrosette daher als zeitgenössisches Gegenstück zum besser bekannten Serech.[7]Toby Wilkinson liest die Goldrosette ebenfalls als Symbol für „König“.[8] Nach Thomas Schneider besitzt die Goldrosette zu Skorpions Zeit den Lautwert „neb“ („Herr“), der neben „nesu“ [9] als Titel für damalige Könige diente. Im weiteren Verlauf der altägyptischen Geschichte fand die Goldrosette als Wappen für die Göttin Seschat Anwendung.[10]

Die Lesung und Deutung von Skorpions Namen ist mit Schwierigkeiten verbunden,[11] da über die Übersetzung des Skorpionswappens zur Zeit von Skorpion II. mangels weiterer Belege nur spekuliert werden kann. Der Herrscher wird daher im Allgemeinen schlicht „König Skorpion II.“ genannt.[12] Die Bedeutung von Skorpions Wappentier wird von einigen Ägyptologen mit der Göttin Selket in Verbindung gebracht. Deren Name ist allerdings erst seit den Pyramidentexten des Alten Reiches sicher bezeugt und wird mit „Selket/Serqet“ transliteriert und mit Srq.t transkribiert.[13]Jan Assmann verweist in diesem Zusammenhang auf die vielschichtige Deutungsmöglichkeit eines abgebildeten Tieres. So kann einerseits der Skorpion direkt gemeint sein oder andererseits als Determinativ seine typischen Wesenszüge charakterisieren, wobei ohne zusätzliche Informationen unklar bleibt, ob ein Bezug auf eine einzelne Eigenschaft vorliegt oder ob alle Verhaltensweisen eines Skorpions mit dem Namen verbunden sind.[14]

In der Ägyptologie ist außerdem strittig, ob Skorpions Name tatsächlich bereits als Horusname belegt ist. Die Aufschriften der aus Minschat Abu Omar stammenden Tongefäße liest Dietrich Wildung als Serech mit dem Namen „Horus Skorpion“, wobei er auf die zusätzlichen Vermerke „Diener des Horus Skorpion“ verweist. Zudem deutet Wildung die Abbildung eines geduckten Falken als Symbol des Horusnamens und der Gottheit Horus, die sich als Schriftzeichen im oberen Bereich des Serechs befindet.[15]

n der Ägyptologie ist die Existenz eines Herrschers „Skorpion“ umstritten.[11] Weder Vorgänger noch Nachfolger von Skorpion II. können bisher zufriedenstellend nachgewiesen werden. Skorpions Name wird von einigen Ägyptologen in Zusammenhang mit der Goldrosette als Beiname von König Narmer gedeutet, da Narmer bereits einen festen Serechnamen führt. Der Kunst- und Bearbeitungsstil im Relief des Keulenknaufs von Skorpion zeigt zudem eine frappierende Ähnlichkeit mit der Dekoration des Prunkzepters von Narmer.[17]

Günter Dreyer und Werner Kaiser sehen in ihm den Nachfolger des Ka und Vorgänger des Narmer.[18]Jochem Kahl vermutet aufgrund der Fundlage ein geteiltes Oberägypten, in dessen südwestlicher Region Skorpion II. herrschte, während Narmer zeitgleich im nördlichen Oberägypten seine Regentschaft ausübte.[19]Wolfgang Helck setzt dagegen aufgrund unsicherer Lesung vier weitere Königsnamen zwischen Skorpion II. und Narmer und ordnet Skorpion II. als letzten König einer „Hierakonpolis-Dynastie“ zu, die von König Iri als Begründer der nachfolgenden Thinitendynastie abgelöst wurde.[18]

Toby Wilkinson betrachtet Skorpion II. hingegen als einen „Gegenkönig“ von Narmer und König Ka[11] und vermutet neben Renée Friedman sowie Bruce Trigger, dass Skorpion II. in Hierakonpolis regiert hat, da sich die wenigen Funde auf ebendiese Region konzentrieren. Auch die Stiftung des Keulenknaufs an Hierakonpolis unterstreicht diese Annahme.[20]


Hinsichtlich der prädynastischen Gebietsaufteilung kann mit großer Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass unter Skorpion II. bereits ein festes Gebilde von Ober- und Unterägypten existierte und dass Oberägypten unterägyptische Regionen insgesamt eroberte, die eine großflächige Reichseinigung zur Folge hatten.[22] Die rote Krone des Nordens, die später symbolisch Unterägypten kennzeichnete, stand in prädynastischer Zeit noch für den nördlichen Teil von Oberägypten, während die weiße Krone hauptsächlich von Königen im südlichen Oberägypten getragen wurde.[19] Zudem markierten die Grenzen von Ober- und Unterägypten in dieser Epoche gegenüber dem späteren Verlauf noch völlig andere Gebiete, weshalb neben Narmer und Skorpion II. auch Lokalkönige ihren Regierungsanspruch geltend machten.[22]

Die zahlreichen Siegesstandarten im Dekor des Keulenknaufes lassen die Annahme zu, dass Skorpion II. einen Teil der ägyptischen Gebiete unter seine Kontrolle bringen konnte.[23] Wahrscheinlich wurden die meisten der hinzugewonnenen Provinzen friedlich eingemeindet. Ob Skorpion II. tatsächlich in allen nördlichen Rechit-Provinzen Gewalt anwenden musste, bleibt dabei unklar. In der Ägyptologie wird in diesem Zusammenhang die Frage diskutiert, ob die Rechit zu Skorpions Zeiten feste Gebiete im Nildelta besaßen oder ob die aufgeknüpften Kiebitzvögel allgemein für „Gefangene, Untertanen“ sowie „Rebellen“ stehen. Der Triumph über die „Rebellen“ ist auf dem Keulenkopf wiedergegeben: An von Göttersymbolen und Totemtieren geführten Gau-Standarten sind Kiebitzvögel aufgeknüpft.[23]

Einer der größten Wirtschafts- und Machtfaktoren werden wohl die Bewässerungsanlagen gewesen sein, deren Entwicklung und Nutzung unter Skorpion II. ihren ersten Höhepunkt erreicht haben dürften. Michael Allan Hoffman verweist unter Berufung auf die Dissertationen von Dr. Karl Butzen auf die Zunahme von Hinweisen auf Anlegung und Nutzung künstlicher Bewässerungssysteme; nicht nur auf dem königlichen Keulenknauf. Bewässerungsanlagen erlaubten einen erweiterten Anbau von Getreide, Gemüse und die Aufzucht von Nutzvieh.[24]

Mögliche Grabanlagen

Das Grab des Skorpion II. gilt bislang als unentdeckt, jedoch werden auf spekulativer Basis zwei bislang nicht zugeordnete Grabstätten als mögliche Gräber in Betracht gezogen. Günter Dreyer sieht in der in der abydenischen Nekropole Umm el-Qaab gelegenen Grabanlage „B50“ eine mögliche Begräbnisstätte. Grab „B50“ ist eine fast quadratische Kammer, die durch eine kreuzförmige Lehmziegelmauer in vier Räume aufgeteilt ist. Sie liegt sehr nahe an den Grabanlagen der Könige Ka und Aha.

Als weitere Möglichkeit wird von Michael Allan Hoffman ein Grab in der Nekropole von Hierakonpolis (HK6, Grab 1) in Betracht gezogen.[25] Dieses besteht aus Lehmziegelmauern in einer Grube und war ursprünglich mit Holzplanken bedeckt.[26] Das 3,5 m x 6,5 m große und 2,5 m tiefe Grab konnte auf den Zeitraum zwischen 3105 und 2945 v. Chr. datiert werden.[15] Für keines der Gräber gibt es einen schlüssigen archäologischen Beleg für die Zuordnung.

Das bekannteste Artefakt, das zugleich als Einziges mit absoluter Sicherheit Skorpion II. zugeordnet werden kann, ist der so genannte „Keulenknauf des Skorpion II.“ aus dem „Schatzdepot“ von Hierakonpolis, auf dem ein König mit der weißen Krone Oberägyptens zu erkennen ist. Vor seinem Gesicht ist ein Skorpion zu sehen, weshalb anzunehmen ist, dass dadurch der Name des Königs dargestellt werden sollte. Direkt über dem Skorpion befindet sich eine sechsstrahlige Goldrosette.[7] Der Keulenknauf ist zwar an seiner Oberfläche stark beschädigt, doch der Großteil der in erhabenen Reliefs gearbeiteten Dekoration ist sehr gut erhalten. Die dargestellte Szene ist recht komplex und bietet wertvolle Informationen zu Skorpion II.

Zu sehen ist Skorpion II., der eine große Stielharke in den Händen hält. Begleitet wird er von mehreren Getreuen, von denen der Vordere die ausgehobene Erde aufsammelt oder nach anderer Interpretation Samenkörner auswirft. Der hintere, teilweise bereits in einer Bruchkante verlorene Getreue trägt eine riesige Getreidegarbe. In einem oberen Register ist eine Parade von Standartenträgern zu sehen, die dem König vorausgeht. Hinter dem König befinden sich zwei Wedelträger, die dem Herrscher Schatten spenden. Dahinter wiederum sind zwei Register dargestellt, das obere zeigt einen Priester vor einer Reput-Sänfte. Das untere Register zeigt Papyrusdickicht und eine Parade von tanzenden und singenden Frauen. Die gesamte Keulenknauf-Szenerie ist Gegenstand zahlreicher und kontroverser Deutungen. Vladimir Vikintiev und Kryzstof Marek Ciałowicz halten eine Zeremonie im Zusammenhang mit dem Sed-Fest für möglich. Elise Jenny Baumgärtel und Ludwig David Morenz vermuten dagegen ein Gründungsfest zu Ehren der neuen Tempelanlage von Nechen oder Buto.[27]

Im obersten Fenster des Keulenreliefs ist eine Aufreihung von Götterstandarten zu sehen, an denen die Rechit aufgehängt wurden. Auf der gegenüberliegenden Seite des Keulenknaufs sind bruchstückhaft Jagdbögen erhalten. Auf den Standarten sind Gottheiten wie Seth, Min und Nemti postiert.[28] Ciałowicz ist überzeugt, eine zweite Königsfigur, diesmal mit der roten Krone, nachweisen zu können. An der Stelle auf dem Keulenrelief, wo sich die Kiebitz- und Bogenstandarten begegnen, ist eine weitere Goldrosette erhalten, zusammen mit einem winzigen Rest einer Spirale, wie sie typisch für die „rote Krone des Nordens“ ist.[23] In diesem Falle wäre der Keulenknauf des Skorpion II. der bislang früheste Beleg für einen König mit Roter Krone, noch vor Narmer.[29]


In der östlichen Region von Sais wurde das Bruchstück einer Barken-Schieferpalette gefunden, die in die Zeit der Könige Skorpion II. und Ka (um 3100 v. Chr.) datiert wird. Aufgrund der detaillierten Darstellung eines gefesselten Kiebitzes, der auf dem Bootsdeck mit dem Determinativ eines Käfigs[30] über dem Bug abgebildet ist, wird der Fund „Kiebitzpalette“ genannt. Der Herkunftsort konnte bislang jedoch nicht ermittelt werden.[31] Der Keulenknauf und Kiebitzpalette gehören zudem zu den frühesten Dokumenten über die Rechit.

Felsritzungen nahe dem zweiten Nilkatarakt zeigen Skorpion II. beim Abtransport nubischer Feinde, emblematisch ausgewiesen durch Jagdbögen und Straußenfedern auf dem Kopf. Zu sehen ist eine riesige Skorpionsfigur, die über getötete Nubier hinweg schreitet. Die Getöteten erkennt man daran, dass sie kopfüber dargestellt sind. Vor dem Skorpion steht eine Figur mit Stutzbart und Zeremonienmesser, die als Königsfigur interpretiert wird. Die Figur hält einen langen Strick in der Hand, an der gefangene Nubier angebunden sind.[32] Der Sieg über die Nubier ist auch auf dem Keulenkopf festgehalten: Die bereits beschriebenen Jagdbögen sind das typische Attribut der Nubier zu dieser Zeit. Skorpion II. dehnte sein Reich also auch gen Süden hin aus.[28]

Unsicher gestaltet sich die Zuweisung eines Täfelchens aus Abydos, auf dem ein Feind von einem Skorpion erschlagen wird.[18] Weiter sind aus Tarchan und Minschat Abu Omar stammende Gefäßaufschriften bekannt, die mehrheitlich Skorpion II. zugerechnet werden. Günter Dreyer und Wolfgang Helck lehnen dagegen diese Annahmen ab.[18].[33] Mehr als ein Dutzend Elfenbeinplaketten zeigen den Tempel (bzw. Kultplatz) von Buto, dargestellt durch einen Altar mit Palastfassaden-Dekor, auf welchem ein Reiher thront. Andere Plaketten zeigen einen Skorpion, der das Symbol für „Gau“ oder „Garten“ N24 (Gardiner-Zeichen N24) in seinen Klauen hält.[34] Bei letzteren wird diskutiert, ob sie wirklich Skorpion II. meinen, oder nicht eher einen früheren Vorgänger, nämlich Skorpion I.[35]

http://wapedia.mobi/de/Skorpion_II.

Die Wahrheit wiegt meistens schwer.

Linoma Offline




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30.04.2010 16:35
#4 RE: Anfang der Chronik / Skorpion König Antworten

Skorpion II. war ein altägyptischer Herrscher (Pharao) der prädynastischen Zeit (0. Dynastie), welcher etwa um 3100 v. Chr. regierte. Ägyptologen schließen nicht aus, dass Skorpion II. zu jenen Königen gehörte, die eine vorübergehend regionale Einigung erwirken konnten.

Es bleibt jedoch unklar, welche Gebiete eventuell durch Skorpion II. vereint wurden. Hinzu kommt, dass die Regionen von Ober- und Unterägypten in der Prädynastik noch anders verteilt waren, weshalb eine sichere Aussage zu den beherrschten Gebieten der frühen Könige nicht getroffen werden kann. Von Skorpion II. selbst sind nur wenige Artefakte und Schriftzeugnisse erhalten. Skorpions genaue chronologische Position und Regierungsdauer bleibt aufgrund der Fundlage unsicher.

Skorpions Name wird auf seinem Keulenknauf von einer sechsstrahligen Goldrosette eingeleitet, deren Symbolik und Herkunft Gegenstand intensiver Forschungen ist und in der Prädynastik zunächst als Allgemeinwappen für „König“ benutzt wurde. Ludwig David Morenz deutet die Goldrosette daher als zeitgenössisches Gegenstück zum besser bekannten Serech. Toby Wilkinson liest die Goldrosette ebenfalls als Symbol für „König“. Nach Thomas Schneider besitzt die Goldrosette zu Skorpions Zeit den Lautwert „neb“ („Herr“), der neben „nesu“ als Titel für damalige Könige diente. Im weiteren Verlauf der altägyptischen Geschichte fand die Goldrosette als Wappen für die Göttin Seschat Anwendung.

Die Lesung und Deutung von Skorpions Namen ist mit Schwierigkeiten verbunden, da über die Übersetzung des Skorpionswappens zur Zeit von Skorpion II. mangels weiterer Belege nur spekuliert werden kann. Der Herrscher wird daher im Allgemeinen schlicht „König Skorpion II.“ genannt. Die Bedeutung von Skorpions Wappentier wird von einigen Ägyptologen mit der Göttin Selket in Verbindung gebracht. Deren Name ist allerdings erst seit den Pyramidentexten des Alten Reiches sicher bezeugt und wird mit „Selket/Serqet“ transliteriert und mit Srq.t transkribiert. Jan Assmann verweist in diesem Zusammenhang auf die vielschichtige Deutungsmöglichkeit eines abgebildeten Tieres. So kann einerseits der Skorpion direkt gemeint sein oder andererseits als Determinativ seine typischen Wesenszüge charakterisieren, wobei ohne zusätzliche Informationen unklar bleibt, ob ein Bezug auf eine einzelne Eigenschaft vorliegt oder ob alle Verhaltensweisen eines Skorpions mit dem Namen verbunden sind.
In der Ägyptologie ist außerdem strittig, ob Skorpions Name tatsächlich bereits als Horusname belegt ist. Die Aufschriften der aus Minschat Abu Omar stammenden Tongefäße liest Dietrich Wildung als Serech mit dem Namen „Horus Skorpion“, wobei er auf die zusätzlichen Vermerke „Diener des Horus Skorpion“ verweist. Zudem deutet Wildung die Abbildung eines geduckten Falken als Symbol des Horusnamens und der Gottheit Horus, die sich als Schriftzeichen im oberen Bereich des Serechs befindet.

Regierungszeit

Hinsichtlich der prädynastischen Gebietsaufteilung kann mit großer Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass unter Skorpion II. bereits ein festes Gebilde von Ober- und Unterägypten existierte und dass Oberägypten unterägyptische Regionen insgesamt eroberte, die eine großflächige Reichseinigung zur Folge hatten. Die rote Krone des Nordens, die später symbolisch Unterägypten kennzeichnete, stand in prädynastischer Zeit noch für den nördlichen Teil von Oberägypten, während die weiße Krone hauptsächlich von Königen im südlichen Oberägypten getragen wurde. Zudem markierten die Grenzen von Ober- und Unterägypten in dieser Epoche gegenüber dem späteren Verlauf noch völlig andere Gebiete, weshalb neben Narmer und Skorpion II. auch Lokalkönige ihren Regierungsanspruch geltend machten.

Die zahlreichen Siegesstandarten im Dekor des Keulenknaufes lassen die Annahme zu, dass Skorpion II. einen Teil der ägyptischen Gebiete unter seine Kontrolle bringen konnte. Wahrscheinlich wurden die meisten der hinzugewonnenen Provinzen friedlich eingemeindet. Ob Skorpion II. tatsächlich in allen nördlichen Rechit-Provinzen Gewalt anwenden musste, bleibt dabei unklar. In der Ägyptologie wird in diesem Zusammenhang die Frage diskutiert, ob die Rechit zu Skorpions Zeiten feste Gebiete im Nildelta besaßen oder ob die aufgeknüpften Kiebitzvögel allgemein für „Gefangene, Untertanen“ sowie „Rebellen“ stehen. Der Triumph über die „Rebellen“ ist auf dem Keulenkopf wiedergegeben: An von Göttersymbolen und Totemtieren geführten Gau-Standarten sind Kiebitzvögel aufgeknüpft.

Einer der größten Wirtschafts- und Machtfaktoren werden wohl die Bewässerungsanlagen gewesen sein, deren Entwicklung und Nutzung unter Skorpion II. ihren ersten Höhepunkt erreicht haben dürften. Michael Allan Hoffman verweist unter Berufung auf die Dissertationen von Dr. Karl Butzen auf die Zunahme von Hinweisen auf Anlegung und Nutzung künstlicher Bewässerungssysteme; nicht nur auf dem königlichen Keulenknauf. Bewässerungsanlagen erlaubten einen erweiterten Anbau von Getreide, Gemüse und die Aufzucht von Nutzvieh.
Der Keulenknauf des Skorpion II. [Bearbeiten]


Keulenknauf des Skorpion II.

Das bekannteste Artefakt, das zugleich als Einziges mit absoluter Sicherheit Skorpion II. zugeordnet werden kann, ist der so genannte „Keulenknauf des Skorpion II.“ aus dem „Schatzdepot“ von Hierakonpolis, auf dem ein König mit der weißen Krone Oberägyptens zu erkennen ist. Vor seinem Gesicht ist ein Skorpion zu sehen, weshalb anzunehmen ist, dass dadurch der Name des Königs dargestellt werden sollte. Direkt über dem Skorpion befindet sich eine sechsstrahlige Goldrosette. Der Keulenknauf ist zwar an seiner Oberfläche stark beschädigt, doch der Großteil der in erhabenen Reliefs gearbeiteten Dekoration ist sehr gut erhalten. Die dargestellte Szene ist recht komplex und bietet wertvolle Informationen zu Skorpion II.

Zu sehen ist Skorpion II., der eine große Stielharke in den Händen hält. Begleitet wird er von mehreren Getreuen, von denen der Vordere die ausgehobene Erde aufsammelt oder nach anderer Interpretation Samenkörner auswirft. Der hintere, teilweise bereits in einer Bruchkante verlorene Getreue trägt eine riesige Getreidegarbe. In einem oberen Register ist eine Parade von Standartenträgern zu sehen, die dem König vorausgeht. Hinter dem König befinden sich zwei Wedelträger, die dem Herrscher Schatten spenden. Dahinter wiederum sind zwei Register dargestellt, das obere zeigt einen Priester vor einer Reput-Sänfte. Das untere Register zeigt Papyrusdickicht und eine Parade von tanzenden und singenden Frauen. Die gesamte Keulenknauf-Szenerie ist Gegenstand zahlreicher und kontroverser Deutungen. Vladimir Vikintiev und Kryzstof Marek Ciałowicz halten eine Zeremonie im Zusammenhang mit dem Sed-Fest für möglich. Elise Jenny Baumgärtel und Ludwig David Morenz vermuten dagegen ein Gründungsfest zu Ehren der neuen Tempelanlage von Nechen oder Buto.

Im obersten Fenster des Keulenreliefs ist eine Aufreihung von Götterstandarten zu sehen, an denen die Rechit aufgehängt wurden. Auf der gegenüberliegenden Seite des Keulenknaufs sind bruchstückhaft Jagdbögen erhalten. Auf den Standarten sind Gottheiten wie Seth, Min und Nemti postiert. Ciałowicz ist überzeugt, eine zweite Königsfigur, diesmal mit der roten Krone, nachweisen zu können. An der Stelle auf dem Keulenrelief, wo sich die Kiebitz- und Bogenstandarten begegnen, ist eine weitere Goldrosette erhalten, zusammen mit einem winzigen Rest einer Spirale, wie sie typisch für die „rote Krone des Nordens“ ist.

In diesem Falle wäre der Keulenknauf des Skorpion II. der bislang früheste Beleg für einen König mit Roter Krone, noch vor Narmer.

Die Wahrheit wiegt meistens schwer.

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