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Dieses Thema hat 1 Antworten
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 Der Gott
Linoma Offline




Beiträge: 1.500

07.05.2010 09:56
RE: Herakles antworten

Herakles

(griech. „Ruhm der Hera”, lat. Hercules, dt. Herkules) Dieser bekannteste und meistverehrte Heros des griechischen und römischen Altertums hatte alles, was einen Helden ausmacht: göttliche Abkunft, übermenschliche Körperkräfte und Heldenmut, Bildung in sämtlichen Künsten und er war von enormer Zeugungskraft. Stets seinen Gott Zeus verehrend bestand er unzählige Kämpfe, seine Fahrten führten ihn hinab in die Unterwelt, aus der er glücklich zurückkehrt bis er schließlich vergöttlicht und in das griechische Pantheon aufgenommen wurde.

Als Vater des Herakles gilt der höchste der olympischen Götter, Zeus, als seine Mutter die Alkmene, mit der Zeus einen seiner zahlreichen Seitensprünge wagte.

Darüber war die Gattin des Zeus, die Göttin Hera, erbost und suchte fortan den Plan des Zeus zu durchkreuzen, der Herakles in Nachfolge des Perseus zum Herrscher über den Peloponnes machen wollte. Unter anderem verhinderte sie, daß er Erstgeborener würde und zwang Herakles so zu seinen berühmten zwölf Arbeiten in Diensten des Eurystheus.

Am Ende stieg Herakles, selbst zum Gott geworden, in den Olymp auf und wurde Gattin der Hebe. (HESIOD, Theogonie, 950ff.)

Auffallend sind die vielen Parallelen der Herakles-Mythen zum babylonischen Gilgamesch-Epos, Motive finden sich auch in vielen anderen Mythen und Sagen wieder.



Herkunft und Jugend


Dieser ist der bekannteste und meistverehrte Heros der griechischen und römischen Mythologie. Von seinen Taten ist schon bei Hesiod berichtet (z.B. Theog. 313ff.). Er galt weithin als Leitbild des Helden, es sollen mehr als 45 verschiedene Helden diesen Namen geführt haben, weshalb Herakles auch als ein Ehrentitel aufgefaßt wird. Bei den Römern hieß er Hercules, die Etrusker kannten ihn als Hercle und er soll auch in Germanien bekannt gewesen sein.

Als Vater des Herakles gilt der Gott Zeus, seine Mutter war die Alkmene (HESIOD, Theogonie, 943f.), die Tochter Elektrions.
Diese war bereits mit dem Amphitryon verheiratet. Als der einmal auf einem Kriegszug war, verwandelte sich Zeus in dessen Gestalt und glücklich vereinigte sich Alkmene mit dem vorgeblichen Heimkehrer, der die Nacht auf das dreifache der sonst üblichen Länge ausdehnte. Als der wirkliche Amphitryon selbst wenig später zurückkehrte wunderte er sich, daß seine Gattin meinte, man habe sich doch bereits ausgiebigst geliebt.

Verwirrt ob dieser Auskunft ließ er sich vom Seher Teiresias die Wahrheit entdecken. Amphitryon schluckte seinen Ärger darüber und mühte sich seinerseits bei seiner Gattin nach Kräften, so daß die gleich doppelt schwanger wurde.

Und da Alkmenes Zeit gekommen war, verkündete Zeus, es solle derjenige Herrscher werden, den Alkmene zuerst gebäre. Seine eifersüchtige Gattin Hera sorgte nun dafür, daß Eurystheus, der Sohn des Sthenelus und wie Amphitryon ein Nachfahre des Perseus, den Sohn des Zeus überholte und zuerst, als Siebenmonatskind, geboren wurde. Nach einer anderen Geschichte sorgte Hera für eine schwere, eine ganze Woche dauernde Geburt des Herakles, die nur dank der Hilfe der Historis, der Tochter des Teiresias bzw. der Galanthis, der Dienerin Alkmenes, glücklich überstanden wurde. So erblickte Herakles einen Tag vor seinem Zwillingsbruder Iphikles, doch deutlich nach dem Eurystheus das Licht der Welt.

Über die früheste Kindheit des Herakles gibt es verschiedene Berichte. Zum einen soll ihn Alkmene gleich nach der Geburt auf den „herkulischen Feldern” ausgesetzt haben, wo ihn aber die Göttinnen Hera (Juno) und Athene (Minerva) fanden und ihm die Brust gaben. Dank dieser Göttermilch erhielt Herkules die Unsterblichkeit. Doch Hera merkte am kraftvollen Saugen des Kindes seine wahre Identität und warf ihn von sich. Dabei soll die Milchstraße Galaxias entstanden sein, der Säugling kam jedenfalls zurück zu Alkmene.
Noch eine weitere Tat soll Herakles bereits als Kind vollbracht haben. Zwei Riesenschlangen gelangten in die Wiege, die Herakles beide erwürgte.

Herakles wurde von bedeutenden Lehrern in den wichtigsten Künsten unterrichtet. Eurythus lehrte ihm den Umgang mit Pfeil und Bogen, Eumolpus die Musik, Harpalykus das Ringen, Kastor das Fechten, sein Stiefvater Amphytrion die Nutzung des Wagens, der Kentaur Chiron die Sternenkunde und Linus die Wissenschaften und das Spiel der Cyther. Letzteres gefiel dem Jungen wohl nicht so sehr, denn Linus sah sich einmal genötigt, dem Schüler zu schlagen. Der schleuderte daraufhin seinem Lehrer das Instrument gegen den Kopf, so daß Linus tot hieniederfiel. Vor dem Gericht des Rhadamanthys gelang Herakles aber eine derart überzeugende Verteidigung, daß der ihn freisprach.
Amphytrion war aber beunruhigt über den ebenso kräftigen wie jähzornigen Ziehsohn, so daß er ihn sicherheitshalber als Hirten aufs Land schickte, wo er bis zum achtzehnten Lebensjahr verblieb.

In der Einsamkeit der Kuhweiden erschienen Herakles zwei Frauen, die ihm beide ihre Lebensart anboten. Die eine war die Tugend, die andere die Wollust, etwas moralinsauer wählte Herakles selbstredend die erstere. Derlei Prüfungen in der Einöde begegnen in vielen Heldenmythen, man vergleiche die Versuchung Jesu in der Wüste, die Arthus-Ritter auf der Gralssuche u.v.m.

Nun war es für Herakles an der Zeit, seine erste wesentliche Heldentat zu verbringen. Im Königreich des Thespius wütete ein gewaltiger Löwe, der erheblichen Schaden unter dessen Herden anrichtete. Herakles begab sich zu ihm und wurde freundlich aufgenommen, von Thespius selbst wie von seinen fünfzig Töchtern. Denn jeden Abend, wenn er von der Jagd zurückkam, wohnte er einer dieser Töchter bei, nach manchen auch allen in nur einer Nacht, der „dreizehnten Arbeit des Herkules”. Als es ihm schließlich gelungen war, den Löwen zu erlegen. Dessen Fell war später des Helden Gewand, der Kopf des Löwen bildete den Helm.

Auf dem Heimweg begegneten ihm Bediente des Erginus von Orchomenus, die für seinen Herrn den jährlichen Tribut abholen wollte. Herakles tötete sie, worauf zwischen Theben und Orchomenus ein Krieg ausbrach, der dank seiner Hilfe zugunsten der Thebaner verlief. Zum Dank erhielt er von Kreon, dem König Thebens, dessen Thochter Megara zur Gattin, von der er Vater von Deikoon, Kreontias und Therimachus wurde.
Auch die Götter belohnten ihn, von Hermes erhielt er ein Schwert, von Apollo mehrere Pfeile, von Hephaistos einen goldenen Panzer und von Athene ein Peplum (kurze Jacke). Die bevorzugte Waffe des Herakles blieb aber ein kräftiger Knüppel.

Das Glück war Herakles aber nicht lange hold. Schon bald trafen ihn die Verfolgungen der Hera, die ihn irrsinnig machte, so daß er in Raserei seine und der Megaera Söhne und den Iphikles tötete, indem er sie verbrannte, doch gelang Thespius, mit dessen fünfzig Töchtern er lauter Söhne zeugte, seine Aussöhnung mit den Göttern. Herakles suchte nun ein Orakel auf, damit das ihm seinen künftigen Wohnort zuweise, worauf er sich nach Tirynth begab. Nach anderer Darstellung trug ihm sein Bruder und Lehnsherr Eurystheus zur Buße und damit er beschäftigt sei die berühmten Arbeiten des Herakles auf, die den Heros zwölf Jahre beschäftigten. Genannt werden derer zwölf, auch acht oder achtzehn. Wie es heißt war das ein Einfall des Zeus, der so seiner Hera abringen konnte, daß Herakles schließlich in den Götterhimmel aufgenommen würde.


Mehrere Orte beanspruchen den Ruhm, sich auf Herakles als ihren Gründer berufen zu können. Der Dichter Varro etwa weiß von 44 lokalen Heldenfiguren dieses Namens zu berichten, die mal als Heros, mal als Gott verehrt wurden.


Quelle:
Soweit nicht gesondert angegeben folgt die Sammlung HEDERICHs Gründl. mythol. Lexikon



Die Arbeiten des Herakles

Dem Eurystheus, der nur durch Einwirken der Göttin Hera zum Lehnsherrn des Herakles geworden war, war daran gelegen, sich des Herakles zu entledigen. Darum schickte er ihn aus, zwölf gefährliche Taten zu vollbringen, die als die „Arbeiten des Herakles” oder „Herkulestaten”, griech. Dodekathlos, Berühmtheit erlangten.

Der Hergang der jeweiligen Heldentaten ist unter den jeweiligen Hauptfiguren nachzulesen:

I. Der Nemeische Löwe

II. Die Hydra von Lerna

III. Die Hirschkuh von Kerynaia

IV. Der erymantheische Eber

V. Die Ställe des Augias

VI. Die Vögel von Stymphalos

VII. Der feuerschnaubende Stier von Kreta

VIII. Die fleischfressenden Pferde des Königs Diomedes

IX. Der Gürtel der Amazonenkönigin Hippolyta

X. Die Rinder des Geryoneus

XI. Die Äpfel der Hesperiden

XII. Die Entführung des Kerberos

Eine ganze Reihe dieser Arbeiten betrifft Nachkommen des Typhaon und der Echidna, welche ihrerseits Nachkommen der Gaia und des Pontos sind: die Hydra von Lerna, den Höllenhund Kerberos, Orthos, den Hund des Geryoneus und den Drachen, der die goldenen Äpfel der Hesperiden bewacht.
Die Chimaira ist als Tochter der Hydra Enkel des Typhaon und der Echidna


In Zusammenhang mit diesen zwölf Arbeiten vollbrachte er etliche Nebentaten. Diese sind unter den jeweiligen Taten nachzulesen, anderes findet sich in loser Sammlung:


zu IV. Der erymantheische Eber

Er kämpfte gegen die Kentauren auf dem Weg zum erymantheischen Eber, als er mit Pholus trinkt und darum von den anderen Pferdemenschen heftigst bedrängt wird, als seine Füße auf dem von Nephele benässten Boden keinen Halt finden.

zu V. Die Ställe des Augias

Einen weiteren Kentauren, den Eurytion, tötet er auf dem Rückweg von den Ställen des Augias.

zu VII. - Der feuerschnaubende Stier von Kreta

Nachdem der kretische Stier glücklich gefangen war, stiftete Herakles die Spiele von Elis und rettete die olympischen Götter vor dem Angriff der Giganten.

zu VIII. - Die fleischfressenden Pferde des Diomedes

Nach dem Bändigen der Pferde des Diomedes zog Herakles mit den Argonauten. Unterwegs verließ er sie aber wegen seiner besonderen Liebe zu dem Knaben Hylas, als der von Nymphen entführt wurde. Er war zuvor auch als einziger auf dem Schiff zurückgeblieben, als die übrigen sich bei den Frauen von Lemnos vergnügten, bis er zum Aufbruch von jener Insel drängte.

zu IX. - Der Gürtel der Hippolyta

Nach dem Kampf mit der Hippolyta rettete er in Troja die Hesione vor dem Meerwunder und erschoß den Sarpedon.

zu X. - Die Rinder des Geryoneus

Er verjagte von Kreta Bären, Schlangen und Wölfe, zum Dank, weil er dort eine gute Mannschaft für seine zehnte Arbeit fand, selbiges unternahm er auch in Afrika, wo er den Riesen Antäus tötete, in Ägypten erlegte er den Busiris und errichtete auf dem weiteren Weg zu Geryon seitens der Meerenge von Gibraltar die Säulen des Herkules und schoß in Afrika einen Pfeil in die Sonne, weil die ihm zu sehr brannte. Für derartige Kühnheit erhielt er von Apollon einen goldenen Becher. Noch in Afrika tötete er Alebio und Dercynus. Er litt Durst, ein Fußtritt gegen einen Felsblock verschaffte ihm eine Quelle.
Mit Apollons Becher verschiffte er sich nach Spanien und holte die Rinder des Geryoneus, dessen Hirten Eurytion er ebenso erschlug wie den Hund Orthos, und trieb die Herde in Richtung des heiligen Tiryns (HESIOD, Theogonie, 293). Weiter gelangte bis zu den Kelten, bei denen er mit der Celtine deren Namensgeber Celtus gezeugt, die Menschenopfer eingestellt und die Stadt Alesia gegründet haben soll.
Auf dem Rückweg schuf er einen Alpenpaß und gelangte nach Italien, wo er den Kakus tötete, weil der die Rinder gestohlen hatte, und zum Dank für deren Wiedererlangung den Pindriern und Potitiern den Zeus-(Jupiter-)dienst verordnete. Daraufhin tötete er auf den phlegräischen Feldern weitere Riesen, was nach manchen auch die Gigantenschlacht gewesen sein soll.
Herakles eroberte Sizilien von Buphonas, Cygäus, Kauchatres, Krytidas, Leukaspis und Pediakrates. Hier erfährt er durch die Agarynäer zum ersten Mal ihm zugedachten Opferdienst. Er nimmt an, zumal er feststellt, daß seine Füße (und die der Rinder) im Boden deutliche Spuren hinterlassen, was er als Beginn eigener Gottwerdung deutet. Dem Geryon widmete er dort einen Hain und baute seinem Begleiter Jolaus einen Tempel.

zu XI. - Äpfel der Hesperiden

Auf dem Weg zu den Hesperiden fesselt Herakles den Meergott Nereus, um ihn nach dem Weg zu fragen.
Er habe aber auch den an den Kaukasus gefesselten Prometheus von dem ihn piesackenden Adler erlöst, und dafür Wegweisung erhalten. Auf dem weiteren Weg verspeist er einen ganzen Stier, wovon ihm sein Beiname Pamphagos („Vielfraß”) zukommt. Kurze Zeit hält er für den Titanen Atlas den Himmel, als der für ihn die Äpfel aus dem Garten der Töchter seines Bruders Hesperus holt.

zu XII. - Entführung des Kerberos

Unterwegs zu Kerberos läßt Herakles sich von Eumolpus in den Kult der Demeter (Ceres) einweihen, opfert und steigt im tänarischen Vorgebirge in den Tartaros hinab. Dort beftreit er den Theseus, muß dessen Gefährten Perithoos aber dortselbst zurücklassen. Den Höllenhund Kerberos indes überwindet er waffenlos, nur geschützt durch seinen Brustharnisch und die Löwenhaut. Während der Höllenfahrt erfährt er von Hermes, daß die Toten nichts als Schatten sind. Der Seelengeleiter sagt das ihm, als er auf die Medusa und den Meleager loszustürmen vermeint, die vor ihm nicht gleich wichen, während die übrigen Schatten vor ihm flohen.
In der Unterwelt schlachtet er eine von den heiligen Kühen des Pluto, mit deren Blut er den Seelen neue Lebenskraft eingibt. Als Plutos Hirte, er heißt Menoecius, ihn stellt, wird der fast von Herakles umgebracht, doch bittet für den die Persephone, Gattin des Hades, so daß Menoecius mit gebrochenen Rippen davonkommt.
Am Ende läßt man Herakles mit dem Kerberos abziehen, der ihn allerdings später wieder zurückbringt, nachdem Eurystheus die Heldentat abgenommen hatte.

zu XIII. - Die Thespiaden

Mit den fünfzig Töchtern des Thespius zeugte Herakles mindestens einen Sohn. Dieses soll je nach Autor in fünfzig Nächten oder in einer einzigen geschehen sein und wird scherzhaft-anerkennend als „XIII. Arbeit des Herakles” bezeichnet.

Unsortiertes

Bei den Hyperboreern zeugte er mit dem Ungeheuer Echidna drei Sohne.

Für alle seine Taten ließ Zeus den Prometheus schwer büßen. Er band ihn mit schweren, unlösbaren Fesseln, durch deren Mitte er einen Pfahl trieb. Täglich kam ein Adler zu ihm und fraß von seiner Leber, welche in der Nacht wieder nachwuchs. Erst Herakles tötete diesen Adler und befreite Prometheus von dieser Qual. (Theogonie, 521-528) Das habe Zeus allerdings vorhergesehen und sei von ihm zugelassen worden, damit der Glanz seines Sohnes umso heller strahle. (ebd., 530f.)

Die Wahrheit wiegt meistens schwer.

Linoma Offline




Beiträge: 1.500

07.05.2010 09:58
#2 RE: Herakles antworten

Herakles - Gemahlinnen und Kinder

Von seiner ersten Gemahlin Megaira wurde Herakles Vater von Deikoon, Therimachus, Kreontias und Deiones (bzw. Onites, Therimachus, Kreontias und Demokoon.

Seine zweite Gemahlin war Deianira, von der er Vater von Hyllus, Ktesippus, Glaneus und Glycisonettes wurde.

Mit den fünzig Töchter des Thespius zeugte Herakles je einen Sohn, gelegentlich sogar Zwillinge.

Von der Iole wurde er Vater von Aser, Acelus, Bentus, Lamius und Marus.

Mit der Astyoche ist er Vater des Tlepolemos, der später über Rhodos herrschte.

Mit der Omphale zeugte er Lamus, Agleus und den Tyrrhenus.

Mit der Melitta war Herakles Vater von Lydus und Hyllus (?).

Mit der Echidna wurde er Vater von Scythes, Sardus, Olynthus (bzw. Agathyrsus, Gelonius und Skythas), Makaria, Hippoloche und Boella.

Nach seiner Vergötterung zeugte Herakles im Olymp mit der Hebe den Alexiares und den Anicetus.


Herakles — Darstellung, Verehrung und Beinamen

Dargestellt wird Herakles meistens mit Keule und Löwenfell. In knieender Stellung, kämpfend mit dem Drachen Ladon, wurde er als Sternbild Hercules an den Himmel versetzt.

„Daß er überhaupt ziemlich fürchterlich ausgesehen haben muß, erhellet wenigstens mit, daß, eines Males einer, der in einer Höhle steckete, und ihn nor vor solcher vorbey gehen sah, vor Schrecken über ihn alsofort in einen Stein verwandelt wurde.” (Hederich 1996, Sp. 1255f.)

Der Name Herakles wird von „Ruhm der Hera” hergeleitet. Auch das phönizische harochel, „Kaufmann” wird bemüht, sogar die deutsche Sprache (Heer und Carl, Kerl oder Keule). Eine andere Ableitung aus dem Deutschen rührt von Räckel, „kleiner Riese”, her.

Mehrere Orte beanspruchen den Ruhm, sich auf Herakles als ihren Gründer berufen zu können. Der Dichter Varro etwa weiß von 44 lokalen Heldenfiguren dieses Namens zu berichten, die mal als Heros, mal als Gott verehrt wurden.
Auffallend sind die vielen Parallelen zum babylonischen Gilgamesch-Epos, Motive finden sich auch in vielen anderen Mythen und Sagen wieder.

Die Römer verehrten den Herakles als Hercules. In Rom opferte man ihn nebst Rindern, trächtigen Sauen, Met und Brot sowie den Zehnten vom Einkommen. Seine Priester waren Pinaner und Potitier, Frauen waren vom Kult ausgeschlossenen. Bereits den Etruskern war er als Hercle bekannt, er hatte wohl überall seine Tempel, Statuen und Altare. In Karthago opferte man ihm sogar Menschen.

In Böotien wurden dem Herakles unter seinem Beinamen Melius Äpfel geopfert. Andere Beinamen sind Adamanus, Addephagus, Alcides, Alexiacus, Apomyius, Buphagus, Buräicus, Callinicus, Canopius, Charops, Chon, Claviger, Cynosarges, Gaditanus, Hippodetus, Index, Manticlus, Melampygos, Melius, Menoecus, Musagetes, Nemäus, Oetaeus, Ogmion, Olivarius, Pamphagos, Polyphagus, Prodicius, Rhinocolustes, Thasius, Tirynthius, Thrisesperus, Triumphalis, Tyrius und Victor.
Herakles ist auch der „Mann mit dem schwarzen Hintern”, der den Söhnen der Semonis, die Räuber Passalus und Alkmons (Achemons), das Handwerk legte.

An der Sele-Mündung bei Paestum fand man einen griechischen Tempel der Hera, welchen Bilder (die Metopen in dem Heiligtum) mit Heldentaten des Herakles schmückten. Das deutet KERÉNYI dahingehend, daß die Hera, sonst geschildert als erbitterte Gegnerin des Heros, an ihm auch habe Gefallen finden müssen. (Mythol. d. Griechen II, 109, 159)



Vermischtes

Der Name des Herakles ist sprichwörtlich geworden. In Anwendung seines römischen Namens spricht man von „herkulischen Kräften”, ein tiefroter griechischer Wein, der Agiorgitiko, wird „Blut des Herakles” genann


Herakles - Alter und Tod

Nach den zwölf Jahren im Dienst bei Eurystheus tötete Herakles, vom Wahnsinn geschlagen, den Iphitus, Sohn des Eurytus. Er begibt sich, wegen seiner Freveltat mit Krankheit geschlagen, zum Orakel von Delphi, das ihm aber die Auskunft verweigert. Herakles beginnt darum zu randalieren, als Apollo selbst eingreift, ringt er sogar mit dem Gott, ehe endlich Zeus die beidem mit seinem Blitz auseinanderbringt. Nun erfährt er, daß er sich zur Strafe für drei Jahre als Sklave verdingen muß und läßt sich von Hermes nach Lydien an die Omphale verkaufen. Bei dieser Gelegenheit gewinnt er den Beinamen Melampygos („Schwarzhintern”), als ihn so die Kerkopen bespötteln, weiter wird er mit Omphale mehrfacher Vater.

Auch rächt er sich für während der zwölf Arbeiten erlittenen Trübsal. Bald nach der Dienstzeit bei Omphale griff er den Augias an, weil der ihm für seine fünfte Arbeit den versprochenen Lohn nicht bezahlt hatte.

Herakles starb, als seine zweite Gattin Deianeira, die er ihm Zweikampf mit dem Flußgott Acheloos gewann, ihm das Kleid des Kentauren Nessos anlegte. Dieses rief bei Herakles unerträgliche Schmerzen hervor, so daß er sich selbst am Berg Oite selbst auf einem Scheiterhaufen verbrannte. Es heißt, die Venus habe den Kentauren dazu angestiftet, sich so am Herakles (Herkules) zu rächen, weil der wie sie den Adonis liebte.

Für seinen Tod wählte der sternenkundige Herakles einen Tag, an dem eine Sonnenfinsternis herrschte. Er trägt daher auch den Beinamen Astrologus. Nach seinem Tod stieg Herakles in den Olymp auf und heiratete dort die Hebe, womit er Mitglied des Göttergeschlechts wird.

Die Wahrheit wiegt meistens schwer.

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