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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 Fernöstliche Philosophie
Linoma Offline




Beiträge: 1.500

24.08.2010 08:47
RE: Die Philosophie Chinas / Überblick antworten

Konfuzius

Geburt und Ausbildung des Konfuzius

Der eigentliche Rufname von Konfuzius war Qiu (Erdhügel), bzw. Zhongni, was soviel wie der "Zweitälteste Sohn Ni" bedeutet. Er stammte aus einer verarmten Familie aus dem Kleinadel . Seine Heimat war der Staat Lu in der heutigen Provinz Shandong. Er wurde 551 v. Chr. in Qufu, ca. 180 km südlich von Jinan (Hauptstadt von Shandong) geboren und starb 479 v. Chr. Die Bezeichnung Konfuzius stammt aus der Latinisierung von Kong Fuzi (Lehrer Kong) durch die Jesuiten, von den Chinesen wird Konfuzius meistens nur Kongzi (Meister Kong) genannt. Konfuzius durchlebte eine arme Kindheit, sein Vater starb früh und seine Mutter konnte ihn und seinen älteren Bruder gerade so ernähren. Ob er seine Ausbildung in einer Schule oder privat durch seine Mutter und seinen Großvater erhielt, ist nicht geklärt. Während seiner Ausbildung lernte er die "6 Künste", d.h. die Riten, Musik, Bogenschießen, Wagenlenken, Schreiben und Rechnen. Schon früh konnte er schreiben und übertraf den Wissensstand seiner Lehrer.

Konfuzius lebte in der Chun-Qiu-Zeit (Frühling und Herbst-Zeit), die von 772-481 v.Chr. dauerte und nach den Annalen des Staates Lu (chunqiu) benannt ist. Angeblich sollen diese Annalen sogar von Konfuzius selbst verfasst sein, was aber als unwahrscheinlich gilt. Die Zeit, in der Konfuzius lebte, war gekennzeichnet von Unordnung und Kämpfen zwischen einer Vielzahl von Kleinstaaten. Der König der damaligen Zhou-Dynastie hatte praktisch keine Macht und konnte dem Chaos nur tatenlos zusehen. Das Ziel des Konfuzius war es, Ordnung in dieses Chaos zu bringen, indem er einem weisen Herrscher suchte, der seine Ziele umsetzen würde. Allerdings scheiterte sein Lebenswerk in dieser Hinsicht.

Die politische Karriere des Konfuzius

Konfuzius war als wandernder Lehrer tätig, der seine Dienste den Fürsten des Landes anbot. Zuerst bekleidete er unbedeutende Posten, weil ihn wirtschaftliche Not dazu zwang. Seine politische Laufbahn war kurz.
Sie begann ca. 500 v. Chr. in der Stadt Zhong Du, die für das Herzogtum Lu eine wichtige Rolle spielte. Er brachte wieder Ordnung in die Stadt, indem er die Methoden, die er lehrte, anwandte. Die anschließenden Ämter als Bau-, bzw. Justizminister erledigte er auch zur Zufriedenheit des Herzogs von Lu. Bekannt ist sein Wirken als Zeremonienmeister während eines wichtigen Treffens zwischen dem Herzogen von Lu und Qi, indem er durch seine moralische Überlegenheit den Herzog Qi zur Herausgabe umstrittener Gebiete brachte.

Konfuzius scheiterte in Lu weil er einer List des Herzogs von Qi, der seine Niederlage während der Verhandlungen nicht vergessen hatte, zum Opfer fiel. Der Herzog von Qi sandte 80 schöne Frauen und 120 Pferde an den Hof des Herzogs von Lu, der sich dadurch von den Staatsgeschäften und der korrekten Durchführung der Riten ablenken ließ. Konfuzius war enttäuscht und quittierte seinen Dienst.

Als wandernder Lehrer erlangte er zwar Ansehen bei den Fürsten, konnte sich aber in einer Zeit, die von Neid, Kriegen und Intrigen geprägt war, mit seinen unrealistischen und hohen moralischen Ansprüchen nicht durchsetzen. Sein Lebenswerk muss man also in dieser Hinsicht als gescheitert betrachten.

Die Lehren des Konfuzius

Die Lehren des Konfuzius sind uns vor allem durch die Aufzeichnungen seiner Schüler überliefert. Als Hauptquelle gilt das Lunyu (Gespräche"), die in Form von Gesprächen zwischen ihm und seinen Schülern bzw. Rat suchenden Würdenträgern niedergeschrieben wurden. Seine Lehren zeichnen sich aus durch seine hohen moralischen Ansprüche, seine Diseitsbezogenheit und der konservativen Verpackung ("Ich schaffe nichts neues, sondern ich folge nur den Überlieferungen").

Die Wahrheit wiegt meistens schwer.

Linoma Offline




Beiträge: 1.500

24.08.2010 08:48
#2 RE: Die Philosophie Chinas / Überblick antworten

Daoismus (Taoismus)

Während die Konfuzianer sich der Gesellschaft zuwandten und versuchten, sie durch ihr Wirken zu verändern, wenn die Möglichkeit dazu bestand, war der Daoismus eher weltabgewandt und passiv. Die beiden bekanntesten Werke des Daoismus sind das "Nan Hua Chen Ching" (Wahres Buch vom südlichen Blütenland), oft nach seinem Verfasser kurz Zhuangzi genannt, und das Daodejing (Buch vom Weg und der Tugend), vor allem das Daodejing hat durch seine Vieldeutigkeit und seine Andeutungen viele Gelehrte gereizt. Das Daodejing umfasst ca. 5000 Schriftzeichen und soll angeblich von Laozi (andere Schreibweisen: Laotse, Lao-tzu) verfasst worden sein. Nicht wenige Konfuzianer zogen es nach ihrem Dienst als Beamter zu den Lehren des Daoismus hin.

Das Leben von Laozi

Über das Leben von Laozi ist nicht sehr viel bekannt. Er soll im 6. Jahrhundert v. Chr. im Staate Chu während der Zhou-Dynastie geboren sein. Sein ursprünglicher Name war Li Er. Allerdings wird sein Name in späteren Werken nur als Laozi überliefert, was soviel wie "Alter Meister" heißt. Angeblich soll ihn Konfuzius während seiner Reise nach Luoyang (Hauptstadt der Zhou-Dynastie), als Laozi dort Archivar war, um Rat wegen der Riten gefragt haben, allerdings wird diese Geschichte bereits vom berühmten chinesischen Historiker Sima Qian bezweifelt.

Das Daodejing entstand angeblich, als Laozi auf dem Weg nach Westen war, um China zu verlassen. Ein Grenzbeamter hielt ihn an der Grenze zurück und bat ihn, ein schriftliches Werk zurückzulassen, worauf Laozi das Daodejing diktierte und daraufhin China für immer verließ. Allerdings wird vermutet, dass das Daodejing erst im 4. Jahrhundert v. Chr. entstanden ist, denn viele Gedanken des Daodejing finden sich auch in den Werken anderer Philosophen. Das Daodejing wurde in späterer Zeit zum Hauptwerk des Daoismus und Laozi zum Gründer des Daoisums erklärt. Der Daoismus wurde während der Tang-Dynastie sogar zur Staatsreligion erklärt.

Daoistische Ideen sind aber bereits lange vor Laozi überliefert. Der Sage nach soll der Gelbe Kaiser, ein legendärer Herrscher der Urzeit, der Gründer des Daoismus sein.

Die Wahrheit wiegt meistens schwer.

Linoma Offline




Beiträge: 1.500

24.08.2010 08:48
#3 RE: Die Philosophie Chinas / Überblick antworten

Legismus (fajia)

Der Legismus ist eine philosophische Denkweise, die der Realiät der Zeit, in der er entstand, gerecht wurde, als im Reich ein Chaos von mehreren kämpfenden Kleinstaaten herrschte. Der Legismus befasst sich unmittelbar mit der politischen Praxis der Herrschaftssicherung eines Fürsten. Der Grundgedanke war, die Herrschaft über einen Staat in den Hände des Fürsten zu zentrieren und eine Ordnung mit Hilfe von Gesetzen und Regeln zu schaffen, die dem Fürsten den Machterhalt sichern sollte.

Das einzig als autentisch geltende Hauptwerk des Legismus ist das Hanfeizi, nach seinem Autor Han Fei, der von ca. 280 v. Chr. bis 234 v. Chr. lebte, benannt. Ein anderes Hauptwerk des Legismus wird Shang Yang zugeschrieben, der die Reformen des Staates Qin im 4. Jahrhundert v. Chr. eingeleitet und somit einen wichtigen Grundstein für den Machtzuwachs und die spätere Gründung der Qin-Dynastie und die Einigung Chinas gelegt hatte.

Die Grundideen und die Entwicklung des Legimsus

Der Legismus will die Macht des Staates in den Händen des Herrschers zentrieren. Der Herrscher soll dabei so viele Entscheidungen wie möglich selbst treffen und nicht deligieren, nur er kann Belohnungen und Strafen erlassen, damit kein Rivale, der ihm zuviele Kompetenzen abnimmt, im Staat entstehen kann. Die Herrschaft soll dabei durch Gesetze gesichert werden, die allen öffentlich zugänglich sind, so dass sich jeder danach richten kann. Nützliche Tätigkeiten sollen durch Belohnung gefördert werden, Tätigkeiten, die dem Staat schaden, sollen durch Strafe vermieden werden. Das Idealbild ist dabei der Herrscher, der seinen Beratern zuhört, ohne seine Meinung offen, z.B. durch Mimik oder eigene Kommentare und Fragen, zu zeigen. Später trifft er eine Entscheidung und belohnt bzw. bestraft seine Berater gemäß ihrer Leistung. Dadurch soll er unberechenbar für sein Umfeld bleiben und seine Autorität gesichert werden.

Die Verwaltung des Staates soll auf schriftlich fixierte Anordnungen und Richtlienien zurückgreifen können, die Effektiviät der Verwaltung und der Beamten soll objektiv berechnet werden können.

Legistische Ideen genossen keinen guten Ruf in China. So soll der Staat Qin, in dem die Legisten vor allem wirkten und der im Jahr 221 v.Chr. China vereinte, despotisch und graußam gewesen sein. Der rein legistische Staat der Qin scheiterte zwar bereits nach 15 Jahren und Ideal galten später die Ideen des Konfuzius vom Weisen Herrscher, der allein durch sein Vorbild den Staat ordnen konnte.

Dieses Ideal wurde zwar offen gepriesen, allerdings war das gesamte chinesische Staatswesen auch in den Jahrhunderten nach der Qin-Dynastie von legistischen Ideen geprägt. Ohne den Legismus wäre die chinesische Bürokratie und das Beamtenwesen nicht denkbar gewesen. Besonders in der Ming- und der Qing-Dynastie war der Einfluß des Legismus besonders stark.

Die Wahrheit wiegt meistens schwer.

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