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 Werke der Weisheit / Erkenntnis
Linoma Offline




Beiträge: 1.500

28.08.2010 09:51
RE: Kyablion (Schlüssel Salomons)/Tempel Salomons antworten

4.1. Die sieben Prinzipien der Kybalion (Schlüssel Solomons)


Das Prinzip der Geistigkeit:
Das All ist Geist, das Universum ist geistig.


„Dieses Prinzip enthält die Wahrheit: ‚Alles ist Geist‘. Es erklärt, daß das All – das die substantielle Realität ist, welche allen äußerlichen Manifestationen und Erscheinungen zugrunde liegt, die wir unter den Bezeichnungen ‚materielles Universum‘, ‚Erscheinungsformen des Lebens‘, ‚Materie‘, ‚Energie‘ kennen, kurz alles, was für un sere materiellen Sinne in Erscheinung tritt – daß das All, sagten wir, Geist ist, der selbst unerkennbar und unerklärbar ist, der aber als universaler, schöpferischer Geist angesehen und gedacht werden kann. Das erklärt auch, daß die ganze Erscheinungs welt oder das Universum nur eine geistige Schöpfung des Alls ist, unterworfen den Ge setzen aller geschaffenen Dinge, und daß das Universum als Ganzes und auch in sei nen Teilen und Einheiten seine Existenz im Geiste des Alls hat, in welchem Geiste wir ‚leben, uns bewegen und unser Dasein haben‘. Dieses Prinzip erklärt, indem es die geistige Natur des Universums festlegt, leicht alle die verschiedenen geistigen und seelischen Phänomene, die die öffentliche Aufmerksamkeit in so großem Maße beschäftigen und die ohne solche Erklärung unverständlich sind und sich wissenschaftlicher Behandlung entziehen. Das Verständnis dieses großen hermeti schen Prinzips der Geistigkeit befähigt den Menschen, die Gesetze des geistigen Universums leichter zu begreifen und sie zu seinem Wohlbefinden und Vorwärtskom men anzuwenden. Der hermetische Schüler ist in der Lage, die großen geistigen Ge setze verständnisvoll anzuwenden, anstatt ihre Anwendung dem Zufall zu überlassen. Mit dem Hauptschlüssel in der Hand kann der Schüler die vielen Tore des geistigen und psychischen Tempels des Wissens öffnen und ihn frei und verständnisvoll betre ten. Dieses Prinzip erklärt die wahre Natur von ‚Energie‘, ‚Kraft‘, ‚Stoff‘ und warum und wie sie alle der Herrschaft des Geistes unterworfen sind. Vor langer Zeit schrieb einer der hermetischen Meister:
‚Derjenige, der die Wahrheit der geistigen Natur des Universums begreift, ist weit auf dem Wege der Meisterschaft fortgeschritten‘.
Und diese Worte sind heute so wahr wie damals, als sie zum ersten Male geschrie ben wurden. Ohne diesen Hauptschlüssel ist die Meisterschaft unmöglich und der Schüler pocht vergeblich an die vielen Tore des Tempels.“[1]



Das Prinzip der Entsprechung:
Wie oben so unten; wie unten so oben.

„Dieses Prinzip enthält die Wahrheit, daß es zwischen den Gesetzen und Erscheinungsformen der verschiedenen Ebenen des Seins und Lebens eine Entspre chung gibt. Der alte hermetische Grundsatz lautete: ‚Wie oben, so unten, wie unten so oben‘. Das Begreifen dieses Prinzips gibt einem die Mittel in die Hand, manchen unkla ren Widerspruch zu lösen und manch verborgenes Geheimnis der Natur. Es gibt Ebe nen jenseits unseres Wissens, aber wenn wir das Prinzip der Entsprechung auf sie an wenden, können wir viel verstehen, was sonst unbegreiflich für uns wäre. Dieses Prin zip tritt auf den verschiedenen Ebenen des materiellen, geistigen und reingeistigen Universums in Anwendung und Erscheinung – es ist ein universales Gesetz.
Die alten Hermetiker betrachten dieses Prinzip als eines der wichtigsten geistigen Werkzeuge, mit dem der Mensch die Hindernisse beiseite räumen könnte, die das Unbekannte dem Blick entzogen. Seine Anwendung zog sogar den Schleier der Isis so weit beiseite, daß man für einen Augenblick das Antlitz der Göttin erblicken konnte. Wie die Kenntnis dieses Prinzips der Geometrie den Menschen befähigt, weit entfernte Sonnen und ihre Bewegungen – in seinem Observatorium sitzend – zu erkennen, so befähigt die Kenntnis des Prinzips der Entsprechung den Menschen, verständnisvoll vom Bekannten zum Unbekannten seine Schlüsse zu ziehen. Indem er die Monate erforscht, lernt er den Erzengel verstehen.[2]



Das Prinzip der Schwingung:
Nichts ist in Ruhe, alles bewegt sich, alles ist in Schwingung.


„Dieses Prinzip enthält die Wahrheit, daß alles in Bewegung ist, schwingt, ‚nichts in Ruhe ist‘, eine Tatsache, denen die moderne Wissenschaft beipflichtet und die jede neue wissenschaftliche Entdeckung zu bestätigen scheint. Und doch war dieses hermetische Prinzip schon vor Tausenden von Jahren von den alten ägyptischen Meis tern verkündet worden. Dieses Prinzip erklärt, daß alle Unterschiede zwischen den verschiedenen Manifestationen des Stoffes, der Energie, der Gedanken und sogar des Geistes im weitesten Sinne von den verschiedenen Graden der Schwingung abhän gen. Vom All, das reiner Geist ist, bis herunter zur gröbsten Form der Materie ist alles in Schwingung – je höher die Schwingungszahl, desto höher die Position in der Skala. Die Schwingung des Geistes hat einen so unendlichen Stärkegrad und eine solche Schnelligkeit, daß sie sich praktisch in Ruhe befindet – genauso, wie ein sich reißend schnell bewegendes Rad bewegungslos zu sein scheint. Und am anderen Ende der Skala sind die groben Formen der Materie, deren Schwingungen so langsam sind, daß auch sie in Ruhe zu sein scheinen. Zwischen diesen beiden Polen gibt es Millionen über Millionen verschiedener Grade von Schwingungen. Vom körperlichen im Elektron, Atom und Molekül zu Welten und Universen ist alles in schwingender Bewegung. Dies ist auch auf den Ebenen von Energie und Kraft – die nur verschiedene Grade von Schwingung sind – wahr, ebenso auf den geistigen Ebenen – deren Zustände von der Schwingung abhängen – und schließlich auf den rein geistigen Ebenen. Das Verständnis dieses Prinzips befähigt die hermetischen Schüler unter Anwendung der entsprechenden Vorschriften – Formeln –, ihre eigenen geisti gen Schwingungen sowie die anderer zu beherrschen. Die Meister wenden dieses Prinzip auch in verschiedener Weise an, um Naturphänomene zu überwinden.
‚Derjenige, der das Prinzip der Schwingung versteht, hat das Zepter der Macht ergrif fen‘, schrieb einer der alten Meister.“[3]



Das Prinzip der Polarität:
Alles ist zweifach, alles hat zwei Pole, alles hat sein Paar
von Gegensätzlichkeiten; gleich und ungleich ist dasselbe;
Gegensätze sind identisch in der Natur, nur verschieden im
Grad; Extreme berühren sich, alle Wahrheiten sind nur halbe
Wahrheiten; alle Widersprüche können miteinander in Ein-
klang gebracht werden.


„Dieses Prinzip enthält die Wahrheit: ‚Alles ist zweifach; alles hat zwei Pole; alles hat sein Paar von Gegensätzlichkeiten‘ – alles dies sind hermetische Grundsätze. Es er klärt die alten Paradoxe, die so viele in Erstaunen gesetzt haben und die folgenderma ßen aufgestellt wurden: These und Antithese sind identisch in der Natur; Gegensätze können in Einklang gebracht werden; Extreme berühren sich; alles ist und ist nicht zu gleicher Zeit; alle Wahrheiten sind bloß halbe Wahrheiten; jede Wahrheit ist zur Hälfte falsch; jedes Ding hat zwei Seiten usw. Es erklärt, daß in allem zwei Pole sind oder ge gensätzliche Aspekte und daß die Gegensätze in Wirklichkeit nur die Extreme ein und desselben Dinges sind mit verschiedenen Graden dazwischen. Z.B. Hitze und Kälte, obgleich ‚Gegensätze‘, sind in Wirklichkeit dasselbe, die Unterschiede bestehen ledig lich in den verschiedenen Graden desselben Dinges. Sieh Deinen Thermometer an und schau, ob Du entdecken kannst, wo die ‚Hitze‘ aufhört und die ‚Kälte‘ beginnt. Es gibt nicht so etwas wie ‚absolute Hitze‘ oder ‚absolute Kälte‘, die beiden Ausdrücke ‚Hitze‘ und ‚Kälte‘ bezeichnen lediglich verschiedene Grade desselben Dinges und die ses ‚selbe Ding‘, das als ‚Hitze‘ und ‚Kälte‘ in Erscheinung tritt, ist nur eine Form bzw. ein Grad der Schwingung. So sind ‚Hitze‘ und ‚Kälte‘ nur die beiden Pole dessen, was wir ‚Wärme‘ nennen – und die Erscheinungen, die sich daraus ergeben, sind nur Mani festationen des Prinzips der Polarität. Wo hört die Dunkelheit auf und wo beginnt das Licht? Was ist der Unterschied zwischen ‚groß‘ und ‚klein‘, zwischen ‚hart‘ und ‚weich‘, zwischen ‚schwarz‘ und ‚weiß‘, zwischen ‚scharf‘ und ‚stumpf‘, zwischen ‚laut‘ und ‚leise‘, zwischen ‚hoch‘ und ‚niedrig‘, zwischen ‚positiv‘ und ‚negativ‘? Das Prinzip der Polarität erklärt diese Widersprüche und kein anderes Prinzip kann es ersetzen. Das selbe Prinzip wirkt auf der geistigen Ebene. Nennen wir ein radikales und extremes Beispiel – das von ‚Liebe‘ und ‚Haß‘, zwei geistige Zustände, die augenscheinlich völlig verschieden sind. Und doch gibt es Grade von ‚Liebe‘ und ‚Haß‘ und einen mittleren Punkt, wo wir die Ausdrücke ‚Zuneigung‘ und ‚Abneigung‘ gebrauchen, die so allmäh lich ineinander übergehen, daß wir manchmal in Verlegenheit sind, zu wissen, ob wir ‚gern mögen‘ oder ‚nicht mögen‘ oder ‚keines von beiden‘. Alles dies sind lediglich Grade desselben Dinges, was man erkennt, wenn man nur ein wenig nachdenkt. Und mehr als das – und was von den Hermetikern für noch wichtiger gehalten wird – es ist möglich, die Schwingungen von Haß in Schwingungen von Liebe zu verwandeln, bei sich und bei anderen. Viele von Euch, die diese Zeilen lesen, haben persönliche Erfah rungen über den unfreiwillig schnellen Übergang von Liebe in Haß und umgekehrt, bei Euch selbst und anderen. Und ihr werdet darum die Möglichkeit erkennen, daß dies durch die Inanspruchnahme des Willens bewirkt werden kann, unter Anwendung der hermetischen Formeln. ‚Gutes‘ und ‚Böses‘ sind nur die Pole ein und desselben Din ges, und der Hermetiker versteht die Kunst, Böses in Gutes zu verwandeln unter Anwendung des Prinzips der Polarität. Kurz, die ‚Kunst der Polarisation‘ ist ein Teil der ‚geistigen Alchemie‘, gekannt und angewandt von den alten und neuen hermetischen Meistern. Das Verständnis dieses Prinzips befähigt einen, seine eigene Polarität zu ändern sowie die von anderen, falls man die Zeit und das Studium darauf verwendet, diese Kunst zu lernen.“[4]



Das Prinzip des Rhythmus:
Alles fließt aus und ein, alles hat seine Gezeiten, alle Dinge
steigen und fallen, das Schwingen des Pendels zeigt sich in
allem; das Maß des Schwunges nach rechts ist das Maß des
Schwunges nach links; Rhythmus kompensiert.


„Diese Prinzip enthält die Wahrheit, daß sich in allem eine abgemessene Bewegung zeigt, hin und her; ein Hin- und Zurückfließen, eine pendelgleiche Bewegung, eine ge zeitengleiche Ebbe und Flut, ein hoher und niedriger Stand, das alles zwischen den beiden Polen, die gemäß dem Prinzip der Polarität bestehen, das soeben beschrieben wurde. Es gibt immer eine Aktion und Reaktion, ein Vorwärtsschreiten und Zurückge hen, ein Steigen und Fallen. Und dies in den Geschehnissen des Universums, Son nen, der Welten, der Menschen, Tiere, des Geistes, der Energie und der Materie. Die ses Gesetz offenbart sich im Entstehen und Vergehen von Welten; im Aufstieg und Un tergang von Nationen; im Leben aller Dinge; in den geistigen Zuständen der Mensch heit und im Hinblick auf letztere finden die Hermetiker das Verständnis dieses Prinzips ganz besonders wichtig. Die Hermetiker haben dieses Prinzip erkannt und gefunden, daß es allgemein angewandt wird, und sie haben auch die Mittel entdeckt, die Wir kung, desselben auf sie selbst zu überwinden durch den Gebrauch entsprechender Formeln und Methoden. Sie wenden das geistige Gesetz der ‚Neutralisation‘ an. Sie können das Prinzip nicht annullieren oder bewirken, daß seine Ausübung aufhöre, aber sie haben durch Beherrschung des Prinzips gelernt, der Wirkung auf sie selbst bis zu einem gewissen Grade zu entgehen. Sie haben gelernt, es auszunutzen, statt von ihm ausgenutzt zu werden. Auf dieser und ähnlichen Methoden beruht die Kunst der Hermetiker. Der hermetische Meister polarisiert sich selbst an dem Punkt, wo er zu ruhen wünscht, und dann neutralisiert er den rhythmischen Schwung des Pendels, der ihn sonst zum anderen Pol hintragen würde. Alle Menschen, die ein gewisses Maß von Selbstbeherrschung erreicht haben, tun dies bis zu einem gewissen Grade mehr oder weniger unbewusst, der hermetische Meister tut das bewusst und unter Anwendung seines Willens und erreicht damit eine Gewichtigkeit und geistige Festigkeit, die den Massen nahezu unmöglich erscheint, die hin- und hergeschwungen werden wie ein Pendel. Dieses Prinzip und das der Polarität sind von den Hermetikern besonders stu diert und die Methoden der Gegenwirkung, des Neutralisierens und Ausnutzens, bilden einen wichtigen Teil der hermetischen geistigen Alchemie.“[5]



Das Prinzip von Ursache und Wirkung:
Jede Ursache hat ihre Wirkung; jede Wirkung ihre Ursache;
alles geschieht gesetzmäßig, Zufall ist nur der Name für ein
unbekanntes Gesetz. Es gibt viele Ebenen der Ursächlichkeit,
aber nichts entgeht dem Gesetz.


„Dieses Prinzip enthält die Tatsache, daß es für jede Wirkung eine Ursache gibt und für jede Ursache eine Wirkung. Es erklärt: alles geschieht gesetzmäßig, nichts ereignet sich zufällig, es gibt nicht so etwas wie Zufall; es gibt verschiedene Ebenen von Ursa che und Wirkung, die höheren beherrschen die niedrigeren Ebenen und doch kann nichts völlig dem Gesetz entgehen. Die Hermetiker verstehen die Kunst, sich über die gewöhnliche Ebene von Ursache und Wirkung zu erheben; indem sie geistig sich zu einer höheren Ebene erheben, werden sie Ursache statt Wirkung. Die Massen des Volkes werden dahingetragen, sind ihrer Umgebung untertan. Wille und Wünsche der anderen sind stärker als sie. Und andere äußere Ursachen bewegen sie wie Figuren auf dem Schachbrett des Lebens. Aber die Meister beherrschen, indem sie sich auf eine höhere Ebene erheben, ihre Stimmungen, ihre Charaktere, ihre Eigenschaften und Kräfte sowie ihre Umgebung und werden Spieler statt Figuren. Sie helfen, das Spiel des Lebens zu spielen, anstatt daß mit ihnen gespielt wird und sie durch einen anderen Willen oder durch ihre Umgebung bewegt werden. Diese Feststellung birgt einen Reichtum hermetischen Wissens. Entnehme ihn, wer kann!“[6]



Das Prinzip des Geschlechts:
Geschlecht ist in allem, alles hat männliche und weibliche
Prinzipien, Geschlecht offenbart sich auf allen Ebenen.


„Dieses Prinzip enthält die Wahrheit, daß sich das Geschlecht in allem offenbart. Die männlichen und weiblichen Prinzipien sind immer am Werk. Dies ist nicht nur auf der physischen Ebene wahr, sondern auch auf den geistigen und sogar den rein geistigen Ebenen. Auf der physischen Ebene offenbart sich das Prinzip der Geschlechtlichkeit, auf den höheren Ebenen nimmt es höhere Formen an, aber das Prinzip ist immer das selbe. Keine Schöpfung physischer, geistiger und oder rein geistiger Art ist möglich ohne dieses Prinzip. Das Verständnis dieses Gesetzes wirft Licht auf manche Frage, die die Menschen in Erstaunen gesetzt hat. Das Prinzip des Geschlechts arbeitet stets in der Richtung der Zeugung, Wiedererzeugung und Schöpfung. Jedes Ding, jede Form enthält zwei Elemente oder Prinzipien oder, besser gesagt, dieses große Prinzip in sich. Alles Männliche besitzt auch das weibliche Element, jedes Weibliche enthält auch das männliche Prinzip. Wenn man die Philosophie der geistigen und rein geisti gen Schöpfung, Zeugung und Wiedererzeugung verstehen will, muß man dieses hermetische Prinzip kennen und studieren. Es enthält die Lösung vieler Mysterien des Lebens. Wir bitten Euch, zu beachten, daß dieses Prinzip keine Beziehung zu den vie len niedrigen, zerstörenden und erniedrigenden lüsternen Theorien, Lehren und Prakti ken hat, die unter märchenhaften Titeln gelehrt werden und die eine Entweihung des großen natürlichen Prinzips des Geschlechts bedeuten. Solch niedrige Wiederauferstehungen der alten schändlichen Form des Phallizismus neigen dazu, Geist, Körper und Seele zu verderben, und die hermetische Philosophie hat stets ihre warnende Stimme erhoben gegen die erniedrigenden Lehren, die sich an die Lüstern heit, Wollust und Umkehrung der natürlichen Prinzipien wenden. Wenn Ihr solche Leh ren meint, so müsst Ihr woanders suchen – der Hermetizismus enthält nichts für Euch in diesen Zeilen. Dem Reinen ist alles rein, dem Gemeinen sind alle Dinge gemein.“[7]


Soweit zu den sieben Wahrheits- und Weisheitslehren der Kybalion. Weil Wahrheit und Weisheit Wissen voraussetzen, kann das Kybalion auch als „Buch des Wis sens“ bezeichnet werden.[8] Da die Bezeichnung „Kybalion“ über die Jahrhunderte in Vergessenheit geriet, haben auch die Prinzipien an Bedeutung verloren. In meinem zweibändigen Werk Licht & Wahrheit konnte ich den Namen aber schließlich wieder entdecken.[9] Daraus geht hervor, dass es sich bei den Lehren der Kybalion um die legendären Schlüssel Solomons handelt, die seit über 2000 Jahren als verschollen galten. Die Herleitung des Begriffs erfolgt im Anschluss an die Beschreibung der Theorie von Allem. Obwohl die Schlüssel Solomons weitaus bedeutender sind, soll der Theorie aus aktuellem Anlass der Vorrang eingeräumt werden. Aus didaktischen Gründen müssen an dieser Stelle zwei Begriffe aus dem Okkultismus erläutert wer den, die im Zusammenhang mit den Schlüsseln Solomons stehen und eine nicht unerhebliche Rolle bei der Beschreibung der Theorie von Allem spielen. Im Okkultis mus stehen die Begriffe „On“ oder „Om“ für den Geist, der mangels Messbarkeit als Licht symbolisiert wird. Sie werden an einigen Stellen verwendet, um die Zusammen hänge zwischen Wissenschaft und Okkultismus aufzuzeigen. Trotz dieser Verweise bleibt die vorliegende Beschreibung der Theorie von Allem eine wissenschaftliche Arbeit.
_______________________________

Die Wahrheit wiegt meistens schwer.

Linoma Offline




Beiträge: 1.500

28.08.2010 09:53
#2 RE: Kyablion (Schlüssel Salomons)/Tempel Salomons antworten

4.2. Die Siebenzahl

Mit den sieben Prinzipien der Kybalion können ‒ wie oben bereits erwähnt ‒ alle in der Natur beobachtbaren Phänomene vollständig beschrieben werden (vgl. Theorie von Allem). Da sie auch die Schöpfung erklären, erkennen wir in den sieben Prinzi pien der Wahrheit auch die göttliche Siebenzahl. Jetzt wissen wir, warum ausgerech net sie als göttliche Zahl gilt und die Siebengottheit oft Erwähnung findet. In der ja panischen Religion des Shintoismus kennt man sie zum Beispiel als Shichi Fukujin (japanisch 七福神 ‘die sieben Glücksgötter’).[1] Die Siebenzahl ist die Zahl des Geis tes und Zahl des Thot. Sie ist das Tor zur Geistigkeit.

Aus diesem Grund ist auf dem Staatswappen Israels auch die siebenarmige Menora (auch „Menorah“, hebräisch מנורה ‘Leuchter, Lampe’) abgebildet. In erster Linie spen det sie Licht. Darüber hinaus steht sie aber für die sieben ‒ von „Gott“ geschenkten ‒ Weisheiten Solomons. Denn Licht ‒ das wurde bereits mehrfach erläutert ‒ bedeutet immer auch Wahrheit und Wissen. Diese Symbolhaftigkeit machte die Menora zu einem der wichtigsten Wahrzeichen des jüdischen Volkes.



Abb. 20 Baphomet von
Eliphas Lévi[2]
Nun verstehen wir auch den tieferen Sinn der biblischen Überlieferung, die von der Eroberung Jerusalems durch die Israeliten berichtet. Auf Ihrem Weg nach Jerusalem ließen sie vor der Stadt Jericho sieben Priester vor der Lade hertragen, um am siebenten Tag siebenmal um die Stadt zu ziehen und mit sieben Posaunen die Stadt mauern von Jericho zu Fall zu bringen (Prinzip der Schwingung).[3]

Als die Tempelritter im Jahr 1307 von der katholischen Kirche beschuldigt wurden, einen Dämon mit dem Namen Baphomet zu verehren, bekannten sie sich in Wirklichkeit zu den Schlüsseln Solomons, den sieben höchsten Prinzipien im Universum. Diese werden durch Baphomet symbolisiert und können anhand einer Abbildung zweifels frei identifiziert werden:

1. In der Flamme zwischen den Hörnern, dort, wo der Geist seinen Sitz hat, offenbart sich uns das Prinzip der Geistigkeit!

2. Mit seinen Händen zeigt Baphomet nach oben und nach unten (wie oben so unten, wie unten so oben) auf die helle
und dunkle Mondsichel (Prinzip der Entsprechung)!

3. Seine Flügel symbolisieren das Prinzip der Schwingung!

4. In der Gegensätzlichkeit (männlich/weiblich, hell/dunkel) kommt das Prinzip der Polarität zum Ausdruck!


Auch die anderen Prinzipien können bei genauer Betrachtung auf die eine oder an dere Art erkannt werden:

5. Im Schoß finden wir zwei sich umeinander windende Schlangen, das Prinzip des Rhythmus!

6. Die männlichen und weiblichen Geschlechtsmerkmale weisen uns auf das Prinzip des Geschlechts hin!

7. Im Zusammenwirken der Prinzipien werden wir das Prinzip von Ursache und Wirkung verstehen!

Durch die Einordnung Baphomets in die Bedeutungszusammenhänge offenbart sich uns auch das Geheimnis der Sphinx, deren Rätsel jahrtausendelang ungelöst blieb. Beide Figuren sind Mischwesen mit Symbolgehalt. In der Mythologie wird die Sphinx auf unterschiedliche Weise dargestellt. So finden wir sie mal mit und mal ohne Flü gel; mal trägt sie einen Frauenkopf, mal einen Tierkopf. Mischwesen wie diese wer den auch Chimären genannt (griechisch xίμαιρα, chímaira ‘die Ziege’; vgl. dazu Baphomet). Sie sind Geschöpfe der griechischen Mythologie. Später bezeichnete man alle Mischwesen (auch Fabelwesen) als Chimären. Sogar die Engel der Bibel sind genaugenommen solche Mischwesen. Die ranghöchsten unter ihnen, die Cheru bim (hebräisch cherub כרוב werden zumeist mit Tierleib und Menschengesicht dar­gestellt. Sie waren auch auf der Bundeslade zu sehen und erzählen uns ‒ wie die Sphinx und Baphomet ‒ auch heute noch von den Geheimnissen der Schlüssel Sol omons ‒ sofern wir sie zu lesen wissen.

In der griechischen Mythologie hatte die Sphinx den Charakter eines Dämons. Über Dämonen (griechisch δαίμων daimon ‘Geist’) sagt man, dass sie das Schicksal der Menschen beeinflussen. Auch unser Schicksal wird vom Ziegendämon beeinflusst ‒ schließlich verkörpert er die höchsten Prinzipien im Universum, die unser Leben bestimmen und nach denen wir so lange gesucht haben.

Eines der ältesten Mischwesen, der so genannte Löwenmensch, ist nach wissen schaftlicher Lehrmeinung eine 32 000 Jahre alte Figur aus der Altsteinzeit.[4] Das Ulmer Museum bemerkt dazu auf seinen Seiten:

In der fantastischen Gestalt des Löwenmenschen ist uns ein einzigartiges Relikt erhalten, das in eine Sphäre geistig-religiöser Vorstellungen der Menschen der letzten Eiszeit verweist. Ihr sicher komplexes Weltbild, das die tägliche Auseinandersetzung mit der Natur widerspie gelte, ist für uns aber nicht mehr zu entschlüsseln.[5] [Hervorhebungen durch d.Verf.]

Derartige Funde untermauern meines Erachtens die weitreichende Bedeutung der Schlüssel Solomons und die Existenz einer Hochkultur, die weit vor der ägyptischen Zeit existiert haben muss. Mithilfe der Solomischen Schlüssel sind wir nun endlich in der Lage, das komplexe Weltbild zu entschlüsseln.

Nur wahrhaft weise Gelehrte sind vermutlich in der Lage gewesen, die sieben höchsten Wahrheits- und Weisheitslehren des Universums zu formulieren. Aufgrund des Prinzips der Entsprechung müssen sie aber die Welt im Großen wie im Kleinen gekannt haben. Wenngleich uns diese okkulten Weisheiten aus dem alten Ägypten überliefert wurden, können sie nach derzeitigem Wissensstand aber nicht von den Ägyptern stammen. Den Ursprung müssen wir in einer weiter zurückliegenden, hoch entwickel ten Kultur suchen. Aus diesem Grund kommt dafür nur das untergegangene Atlantis in Frage. Hätte es noch eine andere Hochkultur gegeben, dann wäre sie uns in ir gendeiner Form überliefert worden ‒ und sei es nur durch einen Mythos oder eine Legende.

Mit dem Verlust der Solomonischen Weisheiten verlor auch die Bedeutung der „Sie bengottheit“ beziehungsweise die „Siebenzahl“ ihre Daseinsberechtigung. Rudimente dieser philosophischen Denktradition finden wir allerdings heute noch in den berühmten sieben Weltwundern oder den sieben Kontinenten. Leider verschwand die ses fundamentale Wissen nach dem Untergang des antiken Griechenlands endgültig aus den Köpfen der Menschen. Der ewige Kampf zwischen Gut (Licht) und Böse (Dunkelheit) findet darin augenscheinlich seinen Niederschlag. Und so ist die Suche des Menschen eine permanente Suche nach dem Licht – den Schlüsseln Solomons.

siehe auch für Abb. aus dem Ursprungstext:
http://www.ky-ba-lion.de/portal/index.ph...d=72:bundeslade


[1] Vgl. dazu die von der Kokugakuin University veröffentlichte Encyclopedia of Shinto, insbesondere die Einführung
in die japanischen Gottheiten. Online unter:
http://eos.kokugakuin.ac.jp/modules/xwor...hp?entryID=1496 [Stand: 15.01.2010].
Vgl. auch die englischsprachige Version mit detaillierten Informationen zum Begriff „Shichifukujin“. Online unter:
http://eos.kokugakuin.ac.jp/modules/xwor...php?entryID=226 [Stand: 29.12.2009].

[2] Abb. 20: Baphomet (Grafik: Eliphas Lévi). Farbversion created by Lucifer. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie, zum Begriff „Baphomet“.
Online unter: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Baphomet.png [Stand: 11.08.2009].

[3] Vgl. Die Bibel. In der Übersetzung Luther 1912, Luther 1545, Elberfelder 1905 und Schlachter 1951, Josua 6, 1‒27.
Einnahme und Zerstörung Jerichos. Online unter:
http://www.bibel-online.net/ buch/06.josua/6.html#6,1 [Stand: 15.10.2009].

[4] Vgl. dazu die Homepage des Ulmer Museums, in dem seit 2002 die Statuette eines „Löwenmen schen“ ausgestellt wird.
Das Museum informiert hier über ihre Entdeckung, ihre Beschaffenheit und ihre kulturelle Bedeutung. Online unter:
http://www.loewenmensch.de [Stand: 14.12.2009].

[5] Vgl. Fußnote 4.

[ Editiert von Administrator Linoma am 28.08.10 9:55 ]

Die Wahrheit wiegt meistens schwer.

Linoma Offline




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28.08.2010 09:58
#3 RE: Kyablion (Schlüssel Salomons)/Tempel Salomons antworten

5. Der Tempel Solomons

5.1. Das Ideal einer Volkswirtschaft

Mit der Eroberung durch König David, seiner Überführung der Bundeslade und dem Bau des ersten Jerusalemer Tempels durch beziehungsweise für „Sol Om On“ wurde Zion zum Inbegriff des Tempelbergs. Seit seiner Zerstörung ist er ein Ort der Erinne rung und Sehnsucht der Juden. Ursprünglich stammt er aber nicht aus dem Hebräi schen. Der Ägyptologe Mustafa Gadallah, der seit einigen Jahren durch seinen kriti schen Umgang mit der konventionellen Geschichtsforschung von sich reden macht, erklärt die Herkunft des Namens „Zion“ folgendermaßen.

Die Silbe „Zi“ stammt aus dem Hebräischen und steht für einen „unfruchtbaren Ort“. „On“ war die heilige Sonnenstadt der Ägypter. Demzufolge handelt es sich bei dem Namen Zion um eine heb räisch-ägyptische Wortkombination, die sich mit „On in der Wüste“ bzw. „Sonnenstadt in der Wüste“ übersetzen lässt.[1]

Die Erinnerung der Juden an Zion ist somit eine aus dem historischen Bewusstsein verdrängte Erinnerung an das geistige Zentrum der Ägypter beziehungsweise die Wüstenstadt On und hängt augenscheinlich mit dem Auszug (Exodus) der Israeliten aus Ägypten zusammen. Von dort stammt offensichtlich auch das Wissen über das Ideal einer Volkswirtschaft.

In der Volkswirtschaft zur Zeit des Solomonischen Tempels kamen nicht die Armen, sondern die Reichen für die Staatslasten auf ‒ eine Besteuerung der unteren Bevölkerungsschichten hätte Unruhe in die Gesellschaftsordnung gebracht. Daher musste sie unterbleiben. Die im Tempel arbeitenden Staatsdiener nahmen die Rolle des väterlichen Beschützers ein. Der Staat machte keine Schulden und die Wirtschafts­politik war moderat. Die eigentliche Kraft lag im Gleichgewicht des Staatshaushaltes und in der Bürgschaft für den Frieden. Daher musste die Frage des Gleichgewichts mit besonderer Sorgfalt behandelt werden.[2]

Alles, was sich im Staatsgebiet befand, war fiktives Eigentum des gewählten Königs. Aufgrund der Kontrolle des Eigentums war Diebstahl ausgeschlossen. Jede Stockung des Geldumlaufs wurde vermieden. Die eingeführte Währung beruhte auf der Ar beitskraft. Dabei war es gleichgültig, ob das Geld aus Papier, Holz oder anderen Ma terialien bestand (z.B. Kakaobohnen, vgl. Kap. 3). Die im Umlauf befindliche Geld­menge entsprach ‒ anders als heute ‒ dem tatsächlichen Pro-Kopf-Verbrauch, um den Bedürfnissen der arbeitenden Bevölkerung Rechnung zu tragen. Die Ausgabe von neuem Geld hielt mit dem Bevölkerungswachstum Schritt. Auch Kinder wurden mitgezählt. Der Pro-Kopf-Verbrauch richtete sich nach dem Durchschnittsbedürfnis der Untertanen ‒ mit jeder Geburt wurde er erhöht und mit jedem Todesfall verringert. Den Ausgleich schaffte die Einführung einer progressiven Besitzsteuer. Auf diese Weise zahlten die Reichen einen Teil ihres Überflusses an den Staat zurück. Die Be sitzsteuer verhinderte das Anwachsen von Privatvermögen, dessen Vermehrung bis dahin gefördert worden war. Eine progressive Steuer warf einen höheren Ertrag ab als eine gleichmäßige Steuer. So wurden die Staatsbedürfnisse von denjenigen bestritten, die sowieso mehr als genug besaßen. In diesem Staat waren die Reichen also die Stützpfeiler für Frieden und Wohlfahrt.

Staatsanleihen gab es in dieser Volkswirtschaft so gut wie keine, da sie den Staat schwächten und ihm seine Rechte nahmen. Eine Anleihe ist eine Schuldverschrei bung, für die der Staat Zinszahlungen zu leisten hat. Stattdessen war es weiser, das Kapital von den Steuerzahlern zu nutzen, um den Staat von Zinsen zu befreien und seine Ausgaben sinnvollen Zwecken zuzuführen.

Aber auch die Reichen brauchten nicht zu klagen: Sie erhielten Rechenschaftsbe richte über die Verwendung der Steuergelder, mit Ausnahme des Teils, der für den König bestimmt war. Dieser besaß allerdings kein Privatvermögen, sondern lebte allein auf Staatskosten. Außer ihm wurde nur der Thronfolger vom Staate unterhalten. Die übrigen Mitglieder der königlichen Familie waren im Staatsdienst oder mussten einen anderen Beruf ausüben, um ein Recht auf Einkommen zu erwerben.

Der Eigentumserwerb und die Erbschaft wurden mit einer progressiven Stempel steuer belegt. Jeder Eigentumsübergang, der ‒ ob Bargeld oder anderes Vermögen ‒ nicht mit einer Stempelmarke bescheinigt wurde, galt als Steuerhinterziehung. Der frühere Eigentümer musste in diesem Fall eine prozentuale Abgabe leisten, die für den Zeitraum von der Übertragung bis zur Entdeckung der Steuerhinterziehung be­rechnet wurde. Allerdings waren nicht alle Käufe meldepflichtig – entscheidend war die Höhe des Betrags. Für die Kaufgeschäfte des täglichen Lebens wurde zum Bei spiel nur eine kleine Stempelsteuer fällig.

In dieser Gesellschaftsordnung existierte immer nur ein bestimmter Reservefond bis zu einer bestimmten Höhe. Alles, was über diese Rücklage hinausging, wurde dem Geldkreislauf direkt wieder zugeführt. Mit den Überschüssen wurden öffentliche Aus gaben bestritten oder Erfindungen sowie herausragende Leistungen gewürdigt. Ab gesehen von diesen Beträgen durften keinerlei Überschüsse in der Staatskasse zu rückbehalten werden ‒ schließlich war das Geld für den Umlauf bestimmt. Jede Sto ckung behinderte diesen Finanzkreislauf, denn das Geld ist das Öl im Räderwerk des Staates.

Aus diesem Grund gab es auch keine Wertpapiere. Die Kontrolle über die Einnah men und Ausgaben des Staates lag beim Rechnungshof. Die einzige Person, die keinen Vorteil von der Plünderung der Staatskasse hatte, war der Herrscher selbst, war er doch der fiktive Eigentümer.

Soweit der Finanzplan des Solomonischen Tempels. Er beschreibt eine ausgegli chene und gerechte Volkswirtschaft. Das Zeitalter, in der man eine derartige Staats form im wirtschaftlichen Sinne auslebte, muss man als das legendäre Goldene Zeit alter bezeichnen! Ein kundiger Leser, dem die Probleme unserer Zeit bewusst sind, erkennt, dass in vielen modernen Staatshaushalten bereits ähnliche Maßnahmen getroffen wurden, die jedoch als solche noch nicht greifen.

Die Schriften, von denen hier aber die Rede ist, sind als die Protokolle der Weisen von Zion weltbekannt und werden fälschlicherweise mit der so genannten jüdischen Weltverschwörung in Zusammenhang gebracht.[3] Der beschriebene Finanzplan stammt aus dem 20. Protokoll und beschreibt das Ideal einer Volkswirtschaft.[4] Die antisemitischen Hetzparolen in dem Text wurden von mir bereinigt, weil die darin enthaltenen menschenverachtenden Aussagen von der beschriebenen idealen Volkswirtschaft ablenken. Außerdem wurde der Inhalt in der Vergangenheitsform wiedergegeben. Inhaltlich entspricht er aber dem 20. Protokoll.

Während Wissenschaftler und Kritiker in der gesamten Diskussion den Antisemitis mus in den Vordergrund rücken, sollten sie sich einmal mit der dort beschriebenen Volkswirtschaft auseinandersetzten. Sie würden feststellen, dass es sich um eine weise und gerechte Volkswirtschaft handelt, die im Einklang mit den Schlüssel Sol omons stehen. Das Gleichgewicht ist schließlich Bestandteil des Prinzips des Rhyth mus und spielt eine wichtige Rolle nicht nur für das Ideal einer Volkswirtschaft.

Ein Protokoll darf aber nur abbilden, was sich tatsächlich ereignet hat und muss akri bisch Zeit, Ort, (Gesprächs-)Gegenstand, Beteiligte und Aussagen abbilden. Das fehlt in den Protokollen der Weisen von Zion. Deshalb handelt es sich wissenschaft lich betrachtet um eine Fiktion. Da ein fiktiver Text aber an die Realität angelehnt sein kann (wie bei einem historischen Roman oder einer Biografie), müssen wir uns fragen, warum die Protokolle ausgerechnet mit weisen Gelehrten aus Zion in Verbin dung gebracht werden? Nahezu jeder verbindet damit das Judentum.[5] Weise und wissend waren aber jene Gelehrten, die genau sieben Wahrheits- und Weisheitslehren der Kybalion formulieren konnten.

Die Schlüssel Solomons stammen als hermetische Philosophie aus dem geistigen Zentrum Ägyptens, der Wüsten- (Zi) und Sonnenstadt On. Nach dem Auszug der Israeliten aus Ägypten wurde diese Philosophie mithilfe von Moses, einem Einge weihten, Bestandteil der jüdischen Religion, wie wir es noch heute an dem sieben armigen Leuchter, der Menorah, erkennen können. Dafür spricht auch die hellenisti sche Geschichtsschreibung, nach der Moses von den Israeliten als ihr Oberhaupt gewählt wurde und ihnen eine neue Religion gab. Nach der Aigyptiaka von Manetho, einem der ältesten Texte, war Moses ein ägyptischer Priester aus Heliopolis.[6] Die Philologen unter den Wissenschaftlern sollten sich noch einmal mit dem Wort Manetho auseinandersetzen. Manetho (griechisch Μανεθώς Manethôs; Μανέθων Manethon, Μανεθῶι Manethoi) gräzisiert altägyptisch zu Manethoth und bedeutet: Wahrheit des Thot. Es wäre schon eine historische Besonderheit, wenn tatsächlich ein Priester mit diesem Namen in Unterägypten gelebt hätte. Dagegen spricht auch, dass in keiner Quelle ein Geburts- und Sterbedatum überliefert wurde. Die Chronik Aigyptiaka (altgriechisch Ἀιγυπτιακά überliefert uns eine exklusive Wahrheit des Thot (des Geistes).

Wenngleich die Protokolle immer wieder auf diverse literarische Hauptquellen[7] zu rückgeführt und somit als Fiktion ausgewiesen werden, müssen wir sie ‒ auf der Grundlage aller zusammengetragenen Fakten ‒ als ägyptische Idee interpretieren.

Mit der neuen Religion und der Person Moses erfuhren eingeweihte Israeliten offen sichtlich auch vom Sinn und Zweck der Bundeslade, der ersten in der Geschichte erwähnten Bundesbank.

[1] Mustafa Gadalla: Der Betrug mit der Geschichte – Das alte Ägypten und die Bibel. Groß-Gerau: Ancient Mail Verlag 2003. S. 63f.
Online unter: http://www.egypt-tehuti.org/deutsch/ [Stand: 27.12.2009].

[2] Zur Beutung des Gleichgewichts vgl. Lucifer 2009, (TOE), Kapitel 1.18. Das Streben nach Gleichge wicht oder das Gesetz der
Kompensation.

[3] Marcel Roggemans: Die französischen Protokolle der Weisen von Zion, VINGTIÈME PROTO COLE, Studie. Diese Seite befand sich auf einer
Freimaurerplattform. Aufgrund der zahlreichen Kontakte von Marcel Roggemans ist davon auszugehen, dass er selbst ein Freimaurer,
mindes tens aber ein Eingeweihter ist! Macel Roggemans distanziert sich ausdrücklich von den Ideen der Protokolle. Online unter:
(Aus rechtlichen Gründen wird hier auf die Quellenangabe verzichtet), [Stand: 20.10.2008].
Die Seite existiert in diesem Portal nicht mehr. Vgl. aber die französische Version: Online unter:
(Aus rechtlichen Gründen wird hier auf die Quellenangabe verzichtet) [Stand: 28.12.2009].
Die Quellenan gaben dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Analyse.

[4] Die Protokolle der Weisen von Zion enthalten insgesamt 24 Abschnitte.

[5] Oder im engeren Sinne die sog. Zionisten.

[6] Vgl. Flavius Josephus, Against Apion (ed. William Whiston, A.M.), Ap. 1,227-250. Online unter:
http://old.perseus.tufts.edu/cgi-bin/pte...up=J.+Ap.+1.227 [Stand: 28.12.2009].

[7] Im Einzelnen handelt es sich um Herman Goedsches 8-bändigen Sensationsroman Biarritz (1868-76) und
Maurice Jolys satirische Schrift Dialogue aux Enfers entre Machiavel et Montesquieu (1864).

Die Wahrheit wiegt meistens schwer.

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