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 Platon
Linoma Offline




Beiträge: 1.500

30.12.2010 13:19
RE: Das Höhlengleichnis antworten

Zusammenfassung der Inhalts (Bildebene) von Platons Höhlengleichnis

Platons Höhlengleichnis ist als Dialog verfasst, in dem Sokrates zu Glaukon spricht. Sokrates entwickelt das Bild einer Höhle, in der die Menschen so gefesselt sitzen, dass sie nur geradeaus sehen können. Hinter den Menschen brennt ein Feuer und zwischen Feuer und Menschen verläuft ein Weg entlang einer Mauer. An der Mauer tragen Menschen, gleich Puppenspielern, Gegenstände und Figuren vorbei. Diese Gegenstände und Figuren werfen dabei durch den Schein des Feuers Schatten an diejenige Höhlenwand, auf die die gefesselten Menschen blicken. Die Schatten werden von den Gefesselten nun, da sie die schattenwerfenden Gegenstände und auch sich gegenseitig nicht sehen können, für wahr und die Urheber der Stimmen der ‘Puppenspieler’ gehalten.

Käme einer der Menschen frei und würde die Gegenstände erblicken, würde er zunächst noch die Schatten als das Wirkliche bezeichnen. Das Licht würde ihn blenden, und nur langsam könnte er sich daran gewöhnen und das Wahre erblicken. Nach dem Aufstieg aus der Höhle erkennt er die Sonne selbst und was ihr die Menschen verdanken: sie ist Quelle und Ursprung alles Werdens und Seins. Nach dieser Erkenntnis sehnt er sich nicht mehr in die Höhle zurück.

Bei einer Rückkehr in die Höhle jedoch würde er sich lächerlich machen bei dem Versuch, die Gefangenen über die wahre Natur der Schatten aufzuklären und beim Versuch, die anderen zu entfesseln, würde er von diesen umgebracht.

An dieser Stelle wird das Höhlengleichnis von Sokrates aufgelöst. Er setzt die menschliche Wahrnehmungswelt mit der Höhle gleich, den Lichtschein des Feuers mit der Kraft der Sonne (‘alethia‘: Wahrheit), den Aufstieg nach oben aus der Höhle heraus mit der Erhebung der Seele in das Reich des nur geistig Erkennbaren und schließlich die Sonne selbst mit der Idee des Guten (‘agathon‘: das Vollkommene).

Weiter definiert er zwei Arten der Verwirrung der Seele: einmal die, die auftritt, wenn einer von der Finsternis ins Licht und einmal die, wenn einer von dem Licht in die Finsternis tritt.

Abschließend definiert er die Bildung als Kunst, den Blick des Menschen vom Werdenden (Veränderlichen) auf das Seiende (Unveränderliche, das Gute) zu richten.

Interpretation des Höhlengleichnis als Verdeutlichung der Ideenlehre Platons

Im Höhlengleichnis verdeutlicht Platon seine Ideenlehre. So stehen die Schatten (also die Abbilder der Gegenstände, die von den Menschen entlang der Mauer getragen werden), die an die Höhlenwand geworfen werden, für die veränderlichen Einzeldinge. Die von den ‘Puppenspielern’ getragenen Gegenstände wiederum stehen für die unveränderlichen Ideen, also die Urbilder. Die Einzeldinge sind durch Anteilhabe (‘methexis‘) mit den Ideen verbunden und diese ihrerseits wird durch den Schattenwurf verdeutlicht. Die Ähnlichkeit der Gegenstände mit ihren Schattenbilder erklärt den Begriff der ‘mimesis‘ (Nachahmung, Ähnlichkeit).

Auch der Ideenhimmel findet sich durch das Gebiet außerhalb der Höhle repräsentiert, in dem die Sonne scheint, die hier für die Idee des Guten (‘agaton‘) steht und der nur durch den Verstand annähernd erkannt werden kann. Das Erkennen wird dabei durch den Aufstieg und die anfängliche Blendung durch das Licht ausgedrückt.

Anmerkung zu diesem Artikel über Platons Höhlengleichnis

Ich garantiere nicht für die Richtigkeit meines Textes. Anregungen, Verbesserungen und Kritik sind immer willkommen!

Platons Höhlengleichnis wird in diesem Artikel nicht komplett interpretiert, wie schon in den Diskussionen angemerkt. Ich beziehe mich nur auf die Bildebene von Platons Höhlengleichnis, was auch die Aufgabenstellung in meinem Philosophie-Leistungskurs war. Dieser Artikel ist also nur teilweise hilfreich, wenn eine Gesamtinterpretation von Platons Höhlengleichnis gewünscht ist. Aber er bietet einen guten Einstieg.

aus: http://holonblog.geheimorden.de/2008/04/...ohlengleichnis/

Die Wahrheit wiegt meistens schwer.

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