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Dieses Thema hat 1 Antworten
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 Hermes Trismegistos
Linoma Offline




Beiträge: 1.500

02.04.2010 12:39
RE: Allgemeines Antworten

Tabula Samaragdina Hermetis

Die Smaragdtafel des Hermes Trismegistos



Die Smaragdtafel ist einer der grundlegendsten Texte der so genannten hermetischen Schriften (Corpus Hermeticum) und ist wohl das am meisten vergötterte magische Dokument im westlichen Okkultismus. Sie ist das Fundament der Alchemie, sowie der hermetischen Magie und für viele Esoteriker bis in die Gegenwart die Essenz göttlicher Wahrheit.

Der Verfasser dieses Textes ist natürlich der Legende nach niemand anders als Hermes Trismegistos selbst, von dem gesagt wird, dass er die Geheimnisse des Universums im Text der Smaragdtafel kund getan hat.
Legenden berichten, dass die Smaragdtafel in einem Höhlengrab entdeckt worden ist, die von der Mumie des Hermes Trismegistos höchstpersönlich in Händen gehalten worden ist. Sarah, die Ehefrau von Vader Abraham, dem Schlumpfenvater oder Apollonius von Tyana (1.Jh. n.u.Z.), ein neupythagoräische Heiland und Wundermann, werden als Finder erwähnt.
Andere wiederum meinen, dass sie in der Pyramide von Gizeh von Alexander dem Grossen aufgefunden worden ist, der diese anschliessend nach Alexandria mitnahm.
Die Inschrift auf dem Stein soll übrigens phönizisch gewesen sein. (Hey..., war der Trismegistos nicht Ägypter?)

Wie dem auch sei, sicher ist, dass bereits im 12. Jahrhundert lateinische Übersetzungen unter der esoterischen Ladentheke kursierten. Als möglicher Übersetzer gilt Hugo Sanctelliensis (Santalla in Nordwestspanien), der das Werk bescheiden, frei nach dem Motto "in der Kürze liegt die Würze", Liber Apollonii de principalibus rerum causis, et primo de caelestibus corporibus et stellis et plantis, et etiam de mineriis et animantibus, tandem de homine, betitelte.
Mircea Eliade erwähnt wiederum in dem Buch "Geschichte der religiösen Ideen" dass diese Schrift in Spanien um 1150 aus dem Arabischen durch Gerhard von Cremona ins Lateinische übersetzt worden sein soll.

Wie dem auch sei, diese Übersetzung, die schon Albertus Magnus (1193-1280) bekannt war, lässt sich auf arabische Handschriften mit kräftigem gnostisch-alchemistischen und kosmologisch-spekulativem Einschlag zurückzuverfolgen, die bereits dem allseits beliebten Vater der arabischen Alchemie, Gabir Ibn Hajjan, alias Geber (so um 721 - um 800), vorgelegen haben.

Für Generationen von Alchemisten und Hermetiker war und ist die Smaragdtafel eines der tiefgründigsten und wichtigsten Dokumente, die uns überliefert wurden.
Es wurde mehrfach gesagt, dass sie eine Lehre von Signaturen und Entsprechungen umreisst, die den Schöpfergeist reflektieren und die Summe allen Wissens enthält. Das korrekte Verstehen dieser Allegorie führt zum grossen Ziel allen menschlichen Strebens, dem grossen Werk.

Die Vieldeutigkeit der Sätze gibt jedoch unendlich vielen Deutungen Raum.


Originalabbildung der Smaragdtafel, die Hermes Trismegistos Mumie
in Händen gehalten hat. Dir erscheint sie etwas zu gross geraten?
Hey, warum hiess er wohl der "Dreimalgrosse"?
Einige Alchemisten erkennen darin einfach eine vereinfachte Darstellung der Destillation, oder aber sind der Ansicht, dass der Text das Werk der gesamten Natur und den Prozess enthält, der den Weg zum Stein der Weisen beschreibt.
Kabbalisten versuchen in diesen kryptischen Sätzen zu erkennen, wie das kosmische Bewusstsein, analog des Lebensbaums, das Universum erschafft und erhält.
Und rein geistige Alchemisten, durchgeknallte Lichtarbeiter und bachblütenparfümierte Channeler sehen in diesem Text eine Anleitung, wie sie sich selbst auf eine höhere Ebene transformieren können, um endlich, endlich, endlich der schnöden materiellen Welt rasch möglichst entfliehen können.

Den für die Okkultisten jedenfalls wohl bedeutendsten Teil der Smaragdtafel, gleichsam das Credo der Adepten, wird flugs zu Anfang des Textes verkündet:
"Was oben ist, ist gleich dem, was unten ist und was unten ist, ist gleich dem, was oben ist, fähig die Wunder des Einen auszuführen."

Diese Aussage mag für die Magier- und Adeptenzunft deswegen so bedeutsam erscheinen, da auf Grund dieses Sinnspruches der Mensch (Mikrokosmos) als ein Spiegelbild des Himmels (Makrokosmos) aufgefasst wird, will heissen, dass die ganze Natur und das Universum im Menschen enthalten ist und er somit das ganze Universum widerspiegelt. Auf dieser Grundannahme bauen folglich auch die Lehrgebäude der Astrologie, Alchemie, Sympathiemagie und alle anderen hermetischen Künste auf.

Wie tief schon die alten Hermetiker und Alchemisten in diese Makro-Mikrokosmos-Entsprechungslehre eingedrungen waren und welche hochspirituellen Lehren sie daraus ableiteten, möchte ich der geneigten Leserschaft an dieser Stelle zur geistigen Erbauung keineswegs vorenthalten.

Hermes also nennt den Menschen die kleine Welt, indem er sagt, dass alles, was die grosse Welt besitzt, auch der Mensch besitzt. Die grosse Welt besitzt Land- und Wassertiere, der Mensch Flöhe, Läuse und Würmer. Die grosse Welt besitzt Flüsse, Quellen, Meere, der Mensch die Eingeweide, Adern und Körperausgänge. Die grosse Welt besitzt die Lufttiere, der Mensch die Mücken. Die grosse Welt besitzt die ausbreitende Strömung, wie die Winde, Donner und Blitze, der Mensch die Blähungen, Krankheiten und Gefahren. Die grosse Welt besitzt (als Leuchten) Sonne und Mond, der Mensch die beiden Augen und zwar vergleicht man das rechte mit der Sonne, das linke mit dem Mond. Die grosse Welt hat Berge und Hügel, der Mensch Knochen und Fleisch. Die grosse Welt hat den Himmel und die Sterne, der Mensch den Kopf und die Ohren. Der Himmel hat die 12 Tierkreiszeichen vom Widder bis zu den Fischen, der Mensch hat die gleiche vom Kopf bis zu den Füssen.
Olympiodoros (5.Jh. n.u.Z.)

Bei Sandalphon und dem geheiligten Tetragrammaton!

Einfach unglaublich, was die schon alles gewusst haben!

Gääähhn...!





Latein

VERUM SINE MENDACIO, CERTUM ET VERISSIMUM:
QUOD EST SUPERIUS, EST SICUT QUOD EST INFERIUS,
ET QUOD EST INFERIUS, EST SICUT QUOD EST SUPERIUS,
AD PERPETRANDA MIRACULA REI UNIUS.
ET SICUT OMNES RES FUERUNT AB UNO, MEDIATIONE UNIUS,
SIC OMNES RES NATAE FUERUNT AB HAC UNA RE, ADAPTIONE.
PATER EIUS EST SOL, MATER EIUS LUNA.
PORTAVIT ILLUD VENTUS IN VENTRE SUO.
NUTRIX EIUS TERRA EST.
PATER OMNIS TELESMI TOTIUS MUNDI EST HIC.
VIS EIUS INTEGRA EST, SI VERSA FUERIT IN TERRAM.

SEPARABIS TERRAM AB IGNE, SUBTILE A SPISSO,
SUAVITER, CUM MAGNO INGENIO.
ASCENDIT A TERRA IN COELUM,
ITERUMQUE DESCENDIT IN TERRAM
ET RECIPIT VIM SUPERIORUM ET INFERIORUM.
SIC HABEBIS GLORIAM TOTIUS MUNDI.
IDEO FUGIET A TE OMNIS OBSCURITAS.
HIC EST TOTIUS FORTITUDINIS FORTITUDO FORTIS,
QUIA VINCET OMNEM REM SUBTILEM, OMNEMQUE SOLIDA PENETRABIT.
SIC MUNDUS CREATUS EST.
HINC ERUNT ADAPTIONES MIRABILES,
QUARUM MODUS EST HIC.
ITAQUE VOCATUS SUM HERMES TRISMEGISTOS,
HABENS TRES PARTES PHILOSOPHIAE TOTIUS MUNDI.
COMPLETUM EST QUOD DIXI DE OPERATIONE SOLIS.





Deutsch

Wahr ist es, ohne Lüge und sicher:
Was oben ist, ist gleich dem, was unten ist,
und was unten ist, ist gleich dem, was oben ist,
fähig die Wunder des Einen auszuführen.
Und wie alles aus Einem stammt, durch das Denken des Einen,
stammt auch alles Gewordene durch Angleichung aus diesem Einen.
Die Sonne ist sein Vater, der Mond seine Mutter,
der Wind hat es in seinem Leib getragen,
die Erde ist seine Nährmutter.
Dies ist der Vater aller Vollkommenheit oder die Vollendung aller Welt.
Ohne Grenze ist seine Kraft, wenn sie sich der Erde zuwendet.

Trenne die Erde vom Feuer, das Feine vom Groben,
sanft und voll Sorgfalt.
Von der Erde steigt es zum Himmel empor
und fällt wieder zur Erde herab,
um die Kraft des Oberen und des Unteren in sich aufzunehmen.
So wirst du die Herrlichkeit der ganzen Welt erlangen
und alle Dunkelheit soll von dir weichen.
Hier ist die Kraft der Kräfte,
die alles Feine überwindet und in alles Grobe eindringt.
So wurde die Welt erschaffen.
Davon kommen die wunderbaren Angleichungen,
deren Wesen hier mitgeteilt ist.
Darum nennt man mich den dreimal grossen Hermes,
der ich die drei Teile der Weltphilosophie besitze.
Es hat sich erfüllt, was ich über der Sonne Wirken ausgesagt habe.

aus: http://hermetik.ch/ath-ha-nour/site/hermetiksmaragdtafel.htm

ebenso nachfolgende Texte!

Die Wahrheit wiegt meistens schwer.

Linoma Offline




Beiträge: 1.500

02.04.2010 12:41
#2 RE: Allgemeines Antworten

Unter den so genannten hermetischen Schriften (Corpus Hermeticum) versteht man im esoterischen Volksmund gut und gerne all jene Texte und Abhandlungen, die angeblich von Hermes Trismegistos verfasst worden sein sollen und die durch die Zeiten einen enormen Einfluss auf die Entwicklung des westlichen Okkultismus und der Magie ausgeübt haben.

Auf die weit zurückreichende Geschichte dieser doch schillernden Schriftstücke, möchte ich an dieser Stelle nun ein wenig näher eingehen.


Marsilius Ficinus (1433-1499)
Schon Manetho (ca. 300 v.u.Z.), ein ägyptischer Priester der die ägyptische Geschichte auf griechisch niederschrieb und Jamblichus von Chalkis, ein neuplatonischer syrischer Philosoph (ca. 240-325 v.u.Z.) erwähnen einen Hermes Trismegistos, der angeblich 3226 Jahre regierte und stolze 36`525 mystische, magische und astrologische Bücher über die Gesetze der Natur hinterlassen haben soll.

Nachfolgend beschreibt der römische Philosoph, Jurist und Staatsmann Cicero (106 – 43 v.u.Z.) in seinem Werk "Über die Natur der Götter - De natura Deorum" (III, 22, 56) fünf Götter und Heroen namens Hermes. Der letzte in der Reihe sei der legendäre Ägypter Hermes Trismegistos gewesen.
"Den fünften verehren die Pheneaten und er gilt als derjenige, welcher der Sage nach den Argus getötet hat, deshalb nach Ägypten floh und den Ägyptern ihre Gesetze gegeben und sie die Buchstabenschrift gelehrt hat. Die Ägypter nennen ihn Theuth, und mit demselben Namen wird bei ihnen auch der erste Monat des Jahres benannt."

Der christliche Kirchenvater Clemens von Alexandrien (150 - 215) berichtet in den Stromata (VI, 4, 35-38) von 42 philosophischen und medizinischen Büchern, die er bei einer feierlichen Prozession hat umhertragen sehen und die von ihm für den ägyptischen Tempeldienst angeblich als unentbehrlich bezeichnet wurden.
Als "Bücher" müssen hier aber im antiken Sinne wohl einzelne Hauptabschnitte oder Kapitel eines grösseren Werkes verstanden werden. Leider sind die Bücher, die Clemens anscheinend noch genau kannte, verloren gegangen, seufz...

Ein anderer Kirchenvater Tertullian (150 – 230) erwähnt Hermes Trismegistos lobend und nennt ihn den Lehrmeister aller Naturforscher und Laktanz (250 – 325) betont die Übereinstimmungen der hermetischen Theologie mit den Lehren des Christentums. Im Jahrhundert darauf verdammt allerdings Augustinus von Hippo (354 – 430) Hermes und seine Lehren in einer gut christlichen Tradition als heidnisch.

Der arabische Gelehrte und Astronom Albuzar (787 – 886) erzählt die Legende vom ersten Hermes, der noch vor der Sintflut das Urwissen der Menschheit niedergeschrieben, vom zweiten, der es nach der Flut wiederbelebt und dem dritten, der alchemistische Werke verfasst habe.

Von all den oben erwähnten Schriften, die Hermes Trismegistos zugeschrieben werden, sind uns letztendlich jedoch nur eine kümmerliche Anzahl von Schriften überliefert worden.
Diese sind das Corpus Hermeticum, der Asklepios-Dialog, sowie die Tabula Smaragdina Hermetis, die einen besonders grossen Einfluss auf die Alchemie ausgeübt hat.

Erwähnenswert mögen an dieser Stelle noch das dubiose astralmagische Picatrix "Das Pechschwarze" (Ghayat Al-Hakim - "Das Ziel des Weisen"), deren Hauptgegenstand die Astrologie und die Talismanologie ist, sowie das in neuerer Zeit entstandene Kybalion sein, die sich an die drei oben erwähnten Basiswerke anlehnen.
(Das Piatrix wurde übrigens ca. 1000 n.u.Z. in arabischer Sprache verfasst und 1256 für den castilianischen König Alfonso den Weisen in die lateinische Sprache übersetzt.)

Wie dem auch sei, ein griechisches Manuskript des Corpus Hermeticum, eines der wichtigsten Basiswerke der hermetischen Schriften, wurde jedenfalls 1460 von einem Mönch in Mazedonien entdeckt und nachfolgend nach Florenz spediert. Dort wurde es anschliessend von dem Florentiner Humanist Marsilius Ficinus (1433 – 1499) im Auftrag von Cosimos di Medici 1463 ins Lateinische übersetzt und erstmals unter dem Titel "Mercurii Trismegisti liber de potestate et sapientia die" (Das Buch des Hermes Trismegistos über die Macht und Weisheit Gottes) gedruckt.

Bei religiösen Sinnsuchern und esoterischen Schwarmgeistern der damaligen Zeitepoche fiel diese Schrift nun auf äusserst fruchtbaren Boden.
So betrachtet der deutsche Mystiker Sebastian Franck (1499 – 1542) die hermetischen Schriften als den biblischen ebenbürtig. Später wirbt der französische Staatsmann und Theologe Philippe de Mornay (1549 – 1623), ein Anhänger der Reformation, mit den Lehren des Hermes für religiöse Toleranz.

In der dem Mediziner, Alchemisten und Philosophen Paracelsus (Theophratus Bombastus von Hohenheim, 1493 – 1541) zugeschriebenen "Aurora Philosophorum" (Morgenrot der Weisen) wird die arabische Hermeslegende aufgenommen und die Anhänger des Paracelsus erklären ihn sogar zum "zweiten (oder deutschen) Hermes", der die Urweisheit wiederbelebt habe.

Und was mag das Corpus Hermeticum wohl beinhalten?


Das Picatrix...
Das Corpus Hermeticum ist eine anonyme Sammlung von moralisch-verbrähmten, pseudochristlich formulierten griechischen Traktaten in Brief-, Dialog- und Predigtform, vorgeblich zwischen Schüler und Meister oder zwischen Hermes Trismegistos und seinen Söhnen (d.h. Jüngern). Sie behandeln die Entstehung der Welt, die Gestalt des Kosmos, sowie menschliche und göttliche Weisheit. Sie wiederholen sich oft und behandeln meist dasselbe Thema mit verschiedenen Graden der Komplexität.

Mit Sicherheit ist festzuhalten, dass sich die hermetischen Schriften im Schmelztiegel alexandrinischer Mystik und Philosophie während der ersten drei Jahrhunderte nach Christus bildeten. So finden sich mystische und philosophische Ideen der Gnosis, des Judentums, neuplatonische Gedanken, sowie der ägyptischen und orphischen Mysterien darin.

So neu ist diese Erkenntnis aber keineswegs, denn schon Isaac Causaubon (1559-1614), ein überaus gelehrter Protestant, Philologe und bedeutender Humanist, hat in seinem Buch "De Rebus Sacris et Ecclesiasticis Exercitationes XVI - 1614, London" (Von den heiligen und kirchlichen Dingen) den Nachweis erbracht, dass das Corpus Hermeticum nicht vor dem 2. nachchristlichen Jahrhundert von griechischen Autoren in Ägypten verfasst worden war. Das Corpus Hermeticum beinhalte keine authentischen altägyptischen Weisheiten, geschweige denn vorsintflutliches Urwissen. Stil, Wortwahl und christliche Bezüge weisen klar darauf hin.

Sein vernichtendes Urteil lautet schliesslich: "Das Corpus Hermeticum hat nichts mit ägyptischen Altertümern zu tun, sondern ist eine christliche Fälschung, die der Heidenmission dienen sollte". (S. 73-75)

Nun, dies mag gewisslich enttäuschend für viele der damaligen Renaissance-Neoplatoniker, Hermetiker und Okkultisten gewesen sein. Sie glaubten doch bis anhin, dass in diesen ausserbiblischen hermetischen Schriften, Offenbarungen aus mosaischer, oder sogar vormosaischer Zeit zu Wort kommen, die nicht nur aus einer höheren Quelle gespeist, sondern direkt von Gott "himself" verkündet worden sind.

Doch ein wahrer Hermetiker aus echtem okkulten Schrot und Korn wusste sich in solchen misslichen Situationen gut auszuhelfen und profitierte von seinem jahrelang praktizierten magischen Training: Der Konzentration!
Konzentration ist ein Akt, der befähigt Unwesentliches aus dem Bewusstsein auszublenden und was gibt es letztendlich unwesentlicheres als eine unliebsame Wahrheit, hmmm...!?

Nur so ist es letztendlich zu verstehen, dass die Aufklärungsschrift von Causaubon herzlich wenig genutzt hat, denn schon im 1756 gegründeten esoterischen "Orden der Gold- und Rosenkreuzer" wird weiterhin Hermes als uralter Weiser gefeiert, der das göttliche Wissen der Menschheit aus der Zeit vor der Sintflut für spätere Generationen gerettet habe.

Diese Vorstellung hat bis in die Gegenwart überdauert, denn wer sich in der heutigen Esoterik- und Okkultszene mal unbefangen umschaut wird erschreckt entdecken, dass die reale Existenz eines Hermes Trismegistos immer noch als Tatsache verkauft, sowie der Glaube an eine uralte, wenn nicht sogar atlantische Lehre in diversen okkulten Orden, Zirkeln und abstrusen Büchern ausgesprochen kritikresistent propagiert wird.

Erkennen könne dies jedoch freilich nur der Eingeweihte, logo!

Da nützt es auch nichts, dass anfangs des 19. Jahrhunderts Jean-François Champollion (1790 – 1832) die Hieroglyphen entzifferte. Weder er noch Forscher nach ihm fanden in den bis dahin so geheimnisvollen Texten der Ägypter eindeutige Hinweise auf hermetisches Wissen.

Die esoterisch-okkulten Schwarmgeister bleiben auch heute noch zu gerne bei ihrem Glauben.

[ Editiert von Administrator Linoma am 12.05.10 21:38 ]

Die Wahrheit wiegt meistens schwer.

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