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Dieses Thema hat 1 Antworten
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 Göttinnen
Linoma Offline




Beiträge: 1.500

02.04.2010 21:28
RE: Holda / Holle antworten

Holda

Literaturhinweis

Gardenstone: Göttin Holle. Arun, 2002.



(Hulda, Holde, Frau Holle, „die holde”, goth. hulths, alt. hollr, vgl. Huld) Sie ist die freundliche, mildtätige Göttin aber auch die unholde Todesgöttin.

Ihr ist der Holunder heilig, ein Hase trägt ihr eine Fackel.

Die Holda ist die Frau Holle des Märchens, ein höheres Wesen freundlicher Gesinnung, die dem gutgeführten Haushalt Fülle beschert. Als himmlisches Wesen umspannt sie die Erde. Wenn sie ihr Bett macht, rieseln die Daunen als Schnee nieder.

Gern hält sie sich an Seen und Brunnen auf, beim mittäglichem Bade verschwindet sie im See. Das erinnert an die Umzüge, die zu Ehren der Nerthus oder der Hertha veranstaltet wurden. Am Ende wurde der gezogen oder getragene Wagen bzw. das Schiff der Göttin im Wasser versenkt. Bei diesem umherziehen bringt die Göttin Fruchtbarkeit über das Land. Wer ihr begegnet findet im Märchen Späne zu Gold verwandelt und andere derartige Wundergaben. Hier zeigen sich Parallelen zur Isis-Verehrung, die bereits Tacitus auffielen (Germania, 9).

Ihre dunkle Seite zeigt Holda, wenn sie wie Wotan als Wilde Jagd in ihrem Wagen durch die Lüfte fliegend durch die Nacht braust, in ihrem Gefolge die Alben und Hexen (Berggeister nennt man auch Huldrefolk).
Einem Aberglauben zufolge fielen ihr und Wotan als heidnischen Gottheiten die Seelen ungetauft gestorbener Christenkinder zu.
Wer zur Hölle fährt, erblickt sie als häßliche alte Frau, mit langer Nase und großen Zähnen.

Auch ist Holda als Göttin des Haushalts die schöne Spinnerin, die fleißigen Mädchen hold ist und ihnen Reichtum und Fruchtbarkeit schenkt, während sie die unwilligen besudelt.

Holda ähnelt den vielen Formen anderen Göttinnen, zum Beispiel Diana oder Isis. Alles in allem erinnert Holda an die weibliche Göttinnendreiheit aus Jungfrau, Mutter und altem Weib. Diese Konstellation findet sich beispielsweise in den nordischen Nornen, den griechischen Moiren, die Christenheit kennt die dreifache Maria am Kreuze ihres Sohnes Jesus (Johannes 19,25), die in dieser Richtung gedeutet wird.

Holda entspricht ganz der nordischen Frigg oder der Freya und damit vieler weiblicher Erd- und Muttergottheiten.

Namentlich ähnelt der Holda die bei Snorri (Edda) erwähnte Zauberin Huldr. In Skandinavien weiß die Volkssage von den Berg- und Waldfrauen Hulla, Huldra oder Huldre, die mal jung und schön, mal alt und finster angetroffen werden. Holda ist auch die Frau Venus (Freia, nach der römischen Göttin), die den Tannhäuser zu sich in den Hörselberg lockte.
Das Huldrevolk sind die Untertanen der Bergkönigin, wie auch der Frau Holle ein stilles unterirdisches Volk angehört. An die zaubernde weise Frau Huldr dachte womöglich Martin Luther, als er die biblische Wahrsagerin Chuledda mit Hulda übersetzte (2. Könige 22,14-20).

Bei F. ASWYNN findet sich die Deutung des Landesnamens Holland als „Land der Holda”, wie ebenso England als „Land des Ing”, Deutschland als „Tiws Land”, Friesland als „Frijas Land”, Österreich als „Ostaras Reich” und Skandinavien als „Land der Skadi” deutbar seien. (Die Blätter von Yggdrasill, 107f.)

GRIMM, KUHN u. a. teilten die Ansicht, mit Frick, Holda und Bertha sei ein und dieselbe Göttin gemeint. Auch Frû Gôde und Frau Herke teile ihre Züge und führen mit ihrem Gatten Wuotan die wilde Jagd an, ihnen entspreche auch die vorwiegend in England bekannte Mare und die wendische Murawa (Murraue) ist (KUHN u. SCHWARZ Vorwort XXIII).
Ein friesische Form ist Ver Helle. Im Friesischen entspreche ein e zuweilen dem althochdeutschen u, das ll leite sich von ld her, womit Helle der Hulda gleiche (ebd., XXIV).

KUHN skizziert für den von ihm untersuchten Teil Deutschlands das Verbreitungsgebiet der Namen der Göttin. In der Uckermark heiße sie Frick, in der Prignitz Frau Gode, in der Mittelmark Frau Harke und in der wendischen Spree-Region die Murraue (ebd., XXIV).

http://www.dasschwarzenetz.de/germanen/holda.htm

Die Wahrheit wiegt meistens schwer.

Linoma Offline




Beiträge: 1.500

09.01.2011 15:11
#2 RE: Holda / Holle antworten

Frau Holle – Göttin Holle – Holda oder Percht, wie sie im Alpenraum genannt wird, kann mit dem Großen Göttinnen vieler anderer Kulturen (Isis, Rgea,…)verglichen werden. Für unsere vorchristlichen Ahnen war sie die heilige Mutter Erde, die große Muttergöttin, die in ihrer dreifachen Gestalt auftritt.


Der Name der Göttin Holle beinhaltet all ihre Themen bzw. Aufgabengebiete
Heil - Heiligkeit

Hell – Helligkeit

Huld – die gütige

Holda – der gute , weibliche Geist

Hell – die Hölle – Göttin der Unterwelt, Anderswelt, der Toten

Höhle – dort wohnt die Göttin

All diese Worte haben eine sprachliche Wurzel
Frau Holle ist die

– und Hölle (vgl. engl. hell ) – haben alle eine (auch sprachliche) Wurzel!

Große Göttin in ihrer dreifachen Gestalt

Sie ist die weiße Jungfrau, die im Frühling die Erde zu neuem Leben erweckt

Sie ist im Sommer die rote Liebesgöttin, die sich in der heiligen Hochzeit vereint und damit das Weiterleben sichert

Im Herbst ist sie die schwarze Göttin des Todes, aber auch die weise Alte.

Wo Frau Holle wohnt
Die Frau Holle wohnt immer auf einen Berg, der symbolisch für die drei Welten seht, die von Frau Holle symbolisiert werden

Die obere Welt des Himmels und des Lichtes (sie schließt den Himmel auf und zu und bringt oder nimmt so den Menschen das Licht), des Wetters (sie ist die Wettermacherin)– an der Bergspitze ist, man der oberen Welt am allernächsten

Die Mittlere Welt – vom Berg kann man das fruchtbare Land in einem sehr weiten Umkreis betrachten und Frau Holle musste ja über ihr Land wache. Die Untere Welt – Anderswelt – als Hüterin der Seelen, als Göttin der Geburt, des Todes und der Wiedergeburt, herrscht Frau Holle über die untere Welt, die sie über den Zugang des heiligen Holleteiches erreichte.

Es gibt im Alpenraum viele Frau Holle Berge, meistens „Frauenberge“ genannt. In Österreich ist sicherlich der Untersberg bei Salzburg ein ganz wichtiger Holle bzw. Perchtberg – in ihm wohnt die Percht. In Deutschland gilt der Meißner oder „Weißner“ als der Berg der Göttin Holle. Auf ihm finden wir alle wichtigen Plätze der Frau Holle. Dort gibt es den Holleteich (=Stätte der Geburt und Wiedergeburt, liegt im Osten, Sonnenaufgang). Der Holleteich ist auch der Eingang in die Unterwelt (bzw. in die Anderswelt), das Paradies in dem die verstorbenen Seelen leben, bis sie wiedergeboren werden

Im Süden liegen die Plätze der Heiligen Hochzeit, der Sage nach gibt es dort den Thron der Göttin, der aus Stein geformt ist (alle Steine, die ähnlich wie ein Sessel aussehen sind der Thron der Göttin) Im Westen (beim Sonnenuntergang) liegen die Stätten des Todes bzw. des Totenkultes. Im Norden ragt meist eine hohe Bergkuppe (Großer Mahlstein am Weißner), die als Versammlungsort des Volkes der Göttin dient. Göttin der Jahreszeiten, des Lebens, Des Todes, der Wiedergeburt, der Fruchtbarkeit, des Handwerks

Sie bringt im Frühling das Licht und das Leben auf die Erde. Sie streift über die Felder und bringt das neue Leben. Sie erweckt die Erde und bringt erneut Fruchtbarkeit. Sie feiert im Sommer die Heilige Hochzeit und vereinigt sich mit Thannhäuser – nur durch diese Vereinigung kann weiteres Leben gesichert werden, denn durch diese Vereinigung entsteht neues Leben auf der Erde. Sie nimmt im Hebst alles Leben von der Erde mit in ihre Unterwelt; wo sie die Samen und die Seelen hütet, nur damit sie im Frühling neu auf die Erde kommen dürfen Im Spätherbst sitzt die Göttin Holle mit ihren Priesterinnen bereits tief in ihrem Berg und sie spinnen und weben. Die goldenen Spindel ist immer ein Utensil der Göttin. Dieses Spinnen steht auch für das Spinnen des Lebensschicksal der Menschen. Den Faden beginnen, spinnen und wieder abschneiden – dies steht symbolisch für das leben eines Menschen auf der Welt.

Im Winter taucht die Göttin die Erde in wundervolles Weiß, auch sie tritt zu dieser zeit in weißem Gewand auf. Sie wird zur „Schenkerin“ aber auch zur Richterin. Sie beschenkt die Guten und bestraft die bösen. Sie fährt mit ihrem Wagen, der ursprünglich von 4 weißen Hirschen mit goldenem Geweih gezogen wurde, über das Land und bringt die Geschenke heute hat das der Nikolaus übernommen). Die Rute, die aus immergrünen Pflanzen gemacht wurde, war die Lebensrute – mit ihr wurden die Menschen abgestreift (nicht geschlagen) – das brachte Glück und Segen. Viele Bräuche gehen auf den Göttinenkult zurück. So wurde von den Frauen Kuchen gebacken, die die Göttin abbildeten, es wurden Kekse als Sterne und Mond gebacken, die das kosmische Wirken der Göttin darstellten. Vom 25 Dezember bis 6. Jänner wurden die 12 Weihennächte oder „Mutternächte“ gefeiert. Am 24 Dezember war der Holletag oder der Perchtentag, mit seiner heiligen Nacht – es war das große Göttinnen Fest zu Beginn dieser heiligen Tage, an dem die Mysterien Tod und Wiedergeburt und die Wiederkehr des Lichtes (Wintersonnenwende) gefeiert wurde.

In den 12 Nächten zog die Göttin Holle, als „Mutter der Seelen“ mit den Ahnenseelchen umher, um eine neue Mutter zu suchen – damit war sie auch die Wiederbringerin des Lebens.

Der 6. Jänner war dann überhaupt der Festtag der Göttin Holle. Es war das Ende der heiligen zeit, in der Pflanzen und Tiere sprechen konnten und die Tore zur Anderswelt WEIT offen waren. Frau Holle sperrt nun diese Tore zu und hat damit ihr magisches Jahr vollendet. Sie erscheint nun in ihrer Vollständigkeit – als die Göttin in ihrer Dreifachen Gestalt – die alle Aspekte der Göttin vereint. Auf der erde zog sie tatsächlich als dreifache Göttin herum, als weiße jugendliche Jungfrau, als rote Erwachsene und als schwarze weise Alte.

Heute gibt es die heiligen drei Könige, die von Haus zu Haus gehen und ihre Initialien „C+M+B“ an die Haustüre schreiben. Dazu sei noch gesagt, dass wir auch die Namen der einzelnen Göttinnenaspekte kennen – es handelt sich um die drei Bethen „ Catharina + Barbara + Margaretha“ - Danach zieht sich die Göttin in die Unterwelt zurück um sich auszuruhen.

Symbolik des Märchens der Frau Holle
Gestalten der Gold- und der Pechmarie, die nach dem Sprung in den Brunnen (=Tod) in eine andere Welt kommen (=Jenseits), wo sie unterrichtet und gemessen werden und danach, auf dem Weg zurück in die Menschenwelt (=neue Inkarnation), die Früchte ihres Verhaltens ernten (=Karma).


Goldmarie ist ein ehrliches und fleißiges Mädchen – sie wird aber ausgenutzt und gepeinigt (= politisches Motiv, dass aufzeigt, wie sich die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten ausgewirkt haben) – sie sieht im Alltag keinen Ausweg mehr und flüchtet in das Reich ihrer Göttin Holle. Sie wäscht ihre Spindel, die als Zeichen bzw. Utensil für die Priesterinnen der Göttin galten.


Brunnen – der Brunnen ist der Zugang zur Unterwelt = Anderswelt = Reich der Göttin Holle


Apfelbäume – sie stehen für das Paradies, da der Apfelgarten der Göttin Holle das Paradies ist (Vergleiche Avalon das Apfelland). Die reifen Äpfel könen auch als Seelen gedeutet werden, die kurz vor der Wiedergeburt stehen (Storl), sich bald von den zweigen des Weltenbaumes lösen und wieder auf die erde hinunter fallen. Sie müssen auf jeden Fall sehr sorgfältig behandelt werden, damit sie keinen schaden erlangen – Goldmarie hat diese Aufgabe (Prüfung) erfüllt.


Das Brot – der Brotbackofen – steht für das Gebären, auf die Welt bringen. Der Brotbackofen steht für den Mutterschoß, i dem die Leibesfrüchte heranreifen. Beide Aufgaben werden der Goldmarie als Prüfung gestellt – Frau Holle prüft, ob sie gut und ehrlich ist


Dann kommt die Goldmarie ins Haus der Göttin , wo sie ihr hilft den Alltag zu gestalten - sie wird weiter eingeführt in die heiligen/magischen Tätigkeiten der Göttin.

Sie erlernt den Wetterzauber – Polster schütteln (=schneien) , Wäsche aufhängen (=regnen) , Suppe kochen (Nebel machen)

Im Reich der Göttin wird sie zu ihrer Priesterin ausgebildet, die das gesamte magische Werkzeug erlernt. Nach ihrer Ausbildungszeit wird sie mit Gold überschüttet und kehrt auf die Erde zurück (=Wiedergeburt). Dort lebt sie als Dienerin der Göttin, die durch ihre goldenen Erscheinung auch erkennbar ist, weiter. Die Pechmarie ist dagegen unehrlich, faul und will nur das Gold haben. Sie hilft weder den Äpfeln, noch dem Brot und besteht die Prüfungen der Göttin damit nicht. Sie erlernt auch nicht das magische Werkzeug, weil sie zu faul dafür ist. Sie wird mich Pech überschüttet und erhält damit die gerechte Strafe der Göttin.

Das Märchen ist wahrscheinlich zur Zeit der Christianisierung Mitteleuropas entstanden, als die Menschen ihre Göttin Holle nicht mehr öffentlich anbeten durften. Alle Geschichten und Mythen, die mit der Göttin in Zusammenhang standen wurden in Märchen verpackt.

http://www.jahreskreis.at/Mythologie_Holle.htm

Die Wahrheit wiegt meistens schwer.

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